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Masterplan Klimaschutz (MAKS)

Der gesamtstädtische Fahrplan zum Klimaschutz in der Hansestadt Lübeck für die Zukunft

Der Masterplan Klimaschutz wird der gesamtstädtische Fahrplan zum Klimaschutz in der Hansestadt Lübeck für die Zukunft. Er gibt den Weg vor, wie die internationalen Klimaziele vor Ort erreicht werden und erweitert damit das Klimaschutzkonzept und das beschlossene kurz-/mittelfristige Maßnahmenpaket mit Blick auf die nächsten 20 Jahre. Bei der Erstellung wird vom Ziel her gedacht. Das bedeutet: die Zielsetzung 50% Einsparung von Treibhausgasen bis 2030 (Referenzjahr 2019) und Klimaneutralität 2040 wird mit Umsetzungsmaßnahmen für alle Verursachergruppen hinterlegt.

Abbildung 1: Der Fahrplan zur Klimaneutralität mit den tatsächlichen Treibhausgasemissionen bis 2019 (rot) und den Minderungszielen bis 2040 (grau) (Quelle: eigene Darstellung Klimaleitstelle)

Abbildung 1: Der Fahrplan zur Klimaneutralität mit den tatsächlichen Treibhausgasemissionen bis 2019 (rot) und den Minderungszielen bis 2040 (grau) (Quelle: eigene Darstellung Klimaleitstelle)

 

 

Veranstaltung zur Bürger:innenbeteiligung am 13. Mai 2022

Informieren, Diskutieren, Mitmachen! Das war das Motto am Freitag, den 13. Mai bei der Veranstaltung der Klimaleitstelle der Hansestadt Lübeck zum Masterplan Klimaschutz in der Rotunde der Lübecker Musik- und Kongresshalle.

Über 100 Bürgerinnen und Bürger informierten sich über den aktuellen Stand des städtischen Plans zum Klimaschutz. Auf dem Markt der Möglichkeiten präsentierten verschiedene Organisationen ihre Klimaschutzaktivitäten. Im anschließenden Workshop-Programm ging es in fünf Themenrunden um die zukünftigen Maßnahmen. Hier konnten die Lübeckerinnen und Lübecker Ideen einbringen, diese diskutieren und priorisieren.

Ablauf

Das Bläserquintett des „Orchesters des Wandels“ leitete in das Workshopprogramm ein. Die Musiker:innen beleuchten mithilfe neuer Konzertformate die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit von der künstlerischen Seite, um auch ihr Publikum dafür zu begeistern und zum Nachdenken anzuregen.

Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2-online, der größten deutschen Onlineplattform für Energieeinsparungsberatung und Klimaschutz, stimmte mit einem Impulsvortrag in die Veranstaltung ein. Für die Unternehmerin ist klar: „Klimaschutz ist keine Frage der Technik mehr, Förderprogramme stehen bereit. Alle Zeichen stehen auf mutig sein!“

Hannes Schmitz und Barbara Schäfers aus der Klimaleitstelle stellen den aktuellen Stand zum Masterplan Klimaschutz und den bisherigen Beteiligungsprozess vor. Hier finden Sie die Vortragsfolien.

In 5 Themeninseln wurden die Bereiche Landnutzung&Boden, Ressourcenschutz, Mobilität, Energie&Bau und Wirtschaft diskutiert. In der letzten Runde wurden die eingebrachten Aspekte priorisiert.

 

Beim Markt der Möglichkeiten zeigten rund 20 Initiativen, Vereine und Akteur:innen wie es konkret wird, wenn man von Treibhausgaseinsparungen spricht, wie man sich engagieren kann, welche Projekte bereits in Lübeck funktionieren und was man im Alltag für den Klimaschutz vor Ort tun kann. Die Marktstände luden mit Informationen, Aktivitäten und Mitmachangeboten zum Austausch und Diskutieren ein.

In Kurzvorträgen stellten sich die Initiativen vor und beantworteten Fragen aus dem Publikum.

 

Markt I: Klimaschutz im Alltag

Auf dem Markt I waren Informations- und Beratungsangebote zu den Themen Energiesparen und Erneuerbare Energien durch die Klimaleitstelle, das Gebäudemanagement der Hansestadt Lübeck und die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein zu finden. Studierende der Technischen Hochschule Lübeck stellten ihre aktuellen Projekte aus dem Seminar „Betrieblicher Umweltschutz“ vor und der Verein Landwege – Jugend-Naturschutzhof haben ihre Umweltbildungsarbeit vorgestellt. Bei den Up-Cyclern „all we shape“ konnte man sehen wie aus Flaschendeckel neue Gegenstände hergestellt werden.

Diese Aussteller:innen waren beim Markt I dabei:

 

 

Markt II: Engagement im Klimaschutz

Auf dem Markt II konnten die Besucher:innen mit engagierten Umwelt- und Klimaschützer:innen aus Lübeck in Kontakt kommen. Diese Verbände und Initiativen haben sich vorgestellt:

 

 

Markt III: Klimaschutzprojekte vor Ort

Hier stellten sich Klimaschutzprojekte, die bereits von engagierten Bürger:innen in und um Lübeck realisiert werden, vor. Dabei reicht das Angebot von Nachbarschaftsgruppen die nachhaltige Mobilität mit Fahrrad-Rikschas in ihre Stadteile bringen, über Gärtner:innen die Lübecks Stadtraum begrünen bis zu Hausgemeinschaften die gemeinsam Wohnraum und Ressourcen teilen. Die Investitionsbank Schleswig-Holstein unterstützt mit Ihrem Bürger-Energie-Fond Klimaschutzprojekte aus der Bevölkerung und stand für Beratungsgespräche bereit.

Beim Markt III waren diese Akteur:innen mit dabei:

 

 

Quelle: Guido Kollmeier

 

Aufbau des MAKS

IM MAKS werden 5 Themenfelder behandelt: Mobilität, Wirtschaft, Energie & Bau, Ressourcenschutz, Landnutzung & Boden. In jedem Themenfeld wurden Stellschrauben definiert die aufzeigen was erreicht werden soll. Mehrere Maßnahmen beschreiben was dafür geschehen muss.

Auf den folgenden Abbildungen sind für jedes Themenfeld die Stellschrauben und ein Ausschnitt der zugehörigen Maßnahmen und Aktivitäten dargestellt.

 

 

Was ist ein Masterplan Klimaschutz (MAKS)?

Der Masterplan Klimaschutz beschreibt auf Basis der 

  • Treibhausgasbilanz 2019,
  • Minderungspfade bis 2030/2040,
  • relevanten Planungskonzepte und Pläne,
  • Bevölkerungs-, Verkehrs- und Wirtschaftsprognosen

wie die internationalen Klimaschutzziele in Lübeck erreicht werden können. Alle Planungsprozesse, Fachkonzepte und die Infrastrukturentwicklung in Lübeck müssen die Klimaziele berücksichtigen. Daher braucht es einen relativ langen Zeithorizont der betrachtet wird, denn Veränderungen geschehen nicht von heute auf morgen. Der MAKS wird ein Fahrplan zum Klimaschutz - aufgegliedert in einzelne Maßnahmen und Umsetzungsschritte. Die angesprochenen Maßnahmen sind dazu ausgelegt Treibhausgasemissionen zu verringern. Ausschlaggebend für die Treibhausgasemissionen ist der Energiebedarf, deshalb setzt man im Klimaschutz auf die drei E's:

  • Energie einsparen
  • Energieeffizienz steigern
  • Erneuerbare Energie einsetzen

Zunächst liegt der Fokus also darauf, weniger Energie zu verbrauchen, z.B. durch Verhaltensänderungen oder durch Verringerung von Energieverlusten (Bsp: Licht ausschalten bei Verlassen eines Raums). Der nächste Schritt bezieht sich auf technische Neuerungen, um die vorhandene Energie besser zu nutzen. Zum Beispiel kühlen neuere Kühlschränke mit weniger Strombedarf. Der Energiebedarf ist durch die zwei E´s nun gesunken. Die restliche benötigte Energie wird idealerweise durch erneuerbare Energien gestellt. Das sind z.B. Strom aus Windenergie oder Wärme durch Solarthermie auf Dächern.Neben Maßnahmen, die zu einer Treibhausgasreduktion führen werden auch Maßnahmen entwickelt, die Anreize schaffen, um im Alltag klimaschonender zu leben. Dazu zählen zum Beispiel Informationskampagnen für Hausbesitzer:innen zu erneuerbaren Energien, Kampagnen zum Fahrrad fahren oder der Nutzung von Sharingangeboten.

 

 

Warum machen wir das?

Klimaschutz ist in den letzten Jahren immer stärker in den Fokus der Politik gerückt, da die globale Klimakrise weltweit enorme Folgen für Menschen, Wirtschaft und die Natur hat. Daher gab es internationale, sowie nationale und regionale politische Entscheidungen zum Klimaschutz.

Internationale Klimaziele

Das Übereinkommen von Paris wurde 2015 auf der Pariser Klimakonferenz (COP 21) geschlossen und gibt vor, dass der durch den Klimawandel verursachte Temperaturanstieg auf 1,5°C begrenzt werden soll. Durch die Ratifikation hat sich auch Deutschland zu diesen Zielen bekannt.

Deutsche Klimaziele

Das neue bundesweite Klimaschutzgesetz legt die Reduzierung der Treibhausgase um 65% bis 2030 (Referenzjahr 1990) und die Klimaneutralität bis 2045 fest.

Lübecker Klimaschutz und Klimanotstand

Bereits seit 1993 ist Lübeck Mitglied im „Klima-Bündnis europäischer Städte mit den Indigenen Völkern der Regenwälder“. Mit der Feststellung des Klimanotstands durch die Lübecker Bürgerschaft 2019 (VO/2019/07738) wurde deutlich gemacht, dass die CO2-Reduktion hohe Priorität erhält, um die Erderwärmung auf 1,5°C zu begrenzen. Daher sollen alle kommunalen Entscheidungen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Klima bewertet werden. Die Stadtverwaltung hat eine besondere Rolle im Klimaschutz für Lübeck, da sie nicht nur verantwortlich für die Planungsprozesse und Infrastrukturen ist, sondern auch eine besondere Vorbildwirkung hat. Die Verwaltung ist Auftraggeberin, Arbeitgeberin und Konsumentin und hat damit viele Hebel, um Klimaschutz umzusetzen.

Um diese politischen Zielsetzungen in konkrete, reale Maßnahmen umzusetzen braucht es einen Plan:
den Masterplan Klimaschutz (MAKS) für Lübeck.

 

 

Arbeitskonzept MAKS

Die Erstellung des MAKS geschieht in verschiedenen Beteiligungsrunden. Zunächst wird die Verwaltung der Hansestadt Lübeck, die Eigenbetriebe und Beteiligungsgesellschaften gemeinsam an der ersten Maßnahmenentwicklung arbeiten. Anschließend folgt die Beteiligung von Fachexpert:innen, Akteur:innen und involvierte Einzelpersonen. Nach einer großen Beteiligung der Lübecker Bevölkerung werden die internen Akteur:innen erneut die Maßnahmen überarbeiten.

Für jede Beteiligungsrunde gibt es fünf thematische Arbeitsgruppen: Energie & Bau, klimafreundliche Stadtstruktur, Klimaneutrale Wirtschaft, Mobilität und Ressourcenschonung. Außerdem werden in drei Querschnittsgruppen Maßnahmen aus den anderen AGs behandelt, um diese zielführender auszugestalten. Die Querschnittsgruppen behandeln die Themen Umweltbildung & Fortbildung, Digitalisierung und Kommunikation & Öffentlichkeit.
Ein Beispiel: In der AG Gebäude & Energie wird eine Maßnahme zur Reduzierung des Energiebedarfs entwickelt. Diese Maßnahme wird in der Querschnittsarbeitsgruppe Digitalisierung besprochen, um Ideen zu entwickeln welche digitalen Hilfsmittel die THG-Einsparungseffekte dieser Maßnahme vergrößern können.

 

 

Interne Beteiligung

Mitarbeitende der Stadtverwaltung, der Eigenbetriebe und Beteiligungsgesellschaften kommen in dieser Prozessphase zusammen, um die Reduktion der Treibhausgasemissionen für unterschiedliche Verursachergruppen abzustimmen und erste Maßnahmenvorschläge zu erarbeiten. Damit wird das gesamte Fach- und Planungswissen aus den Bereichen gebündelt, um eine konkrete Vorgehensweise auszuarbeiten.
In dieser Prozessphase werden die Menschen beteiligt, die später auch die einzelnen Maßnahmen umsetzen und ausgestalten werden.

 

 

Fachworkshops

In den Fachworkshops kommen Expert:innen aus der Wissenschaft, aus der Wirtschaft, den Energie-, Bau- und Infrastrukturbranchen und andere betroffene Akteursgruppen zusammen. Sie ergänzen und erweitern die Maßnahmenvorschläge der internen Beteiligung durch ihre Expertise und ihre Erfahrung.

Folgende Workshops haben im Dezember 2021 in Online-Veranstaltungen stattgefunden:

 

Mobilität

Im Bereich „Mobilität“ muss bis 2030 der Kraftstoffverbrauch um 40% gesenkt werden. Daher geht es in diesem Workshop darum Maßnahmen zu entwickeln, die den Fuß- und Radverkehr stärken, den ÖPNV ausbauen und den Motorisierten Individualverkehr (MIV) und Wirtschaftsverkehr zu verringern.
Es geht also darum den Umstieg vom Auto auf klimafreundliche Verkehrsmittel zu erleichtern. Dazu braucht es Infrastrukturmaßnahmen, die Nutzung intelligenter Systeme und pragmatische Lösungen.
Auch die Durchführung von Modellprojekten, um alternative Antriebe in Lübeck zu testen und somit in die Nutzung zu kommen, werden besprochen. Neben der Nutzung von Wasserstoff für den Verkehrssektor sind auch Modellprojekte in der Schifffahrt denkbar.
Die Ausweitung des ÖPNV und Sharingsysteme sollen den Anteil dieser Bereiche am Modal Split erhöhen. Dies kann z.B. durch die Schaffung von Infrastruktur, Mobility Hubs und Fahrradverleihsystemen geschehen.

Hier finden Sie als kurzen Einstieg in das Thema die Präsentation aus dem internen Workshop (PDF).

 

 

Landnutzung und Boden

Ziele für das Handlungsfeld „Landnutzung und Boden“ sind die Erhöhung der Kohlenstoffbindung im Stadtgebiet und die Einsparung von Treibhausgasen aus der Landnutzung. Wichtige Ansatzpunkte dabei sind eine Durchgrünung der Siedlungsfläche, die naturnahe Waldnutzung, Moorschutz, eine Stärkung der ökologischen Landwirtschaft und Strategien zum sorgsamen Umgang mit Flächen.
Der Workshop beschäftigt sich daher mit der Pflanzung von Bäumen auf öffentlichen und privaten Flächen und dem Humusaufbau in Böden. Ein weiteres Thema ist die Verminderung der Methanausgasung aus Mooren, Altablagerungen oder landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Hier finden Sie als kurzen Einstieg in das Thema die Präsentation aus dem internen Workshop (PDF).

 

 

Energie und Bau

Im Bereich „Energie und Bau“ müssen bis 2030 die Verbrauchsmengen von Gas und Öl um 45% gesenkt werden, die erneuerbare Wärmeproduktion verdreifacht und Menge an erneuerbarem Strom verdoppelt werden.
Daher wird in diesem Workshop an einer Sanierungs-Offensive im Bestand, dem Ausbau von Wärmenetzen, dem klimaneutralen Neubau, intelligenten Energiesparsystemen und der Ausweisung von Schwerpunkträumen zur Produktion erneuerbarer Energie gearbeitet.
Im Bereich des klimaneutralen Neubaus geht es um baurechtliche Vorgaben, Klimaschutz-Modellsiedlungen, Baustoffrecycling und nachwachsende Baumaterialien.
Die AG beschäftig sich mit der Einsparung von Energie im Gebäudebestand. Schwerpunkte sind dabei Sanierungsrate und Sanierungstiefe, Optimieren und Austauschen von Heizsystemen und die Verbesserung des Nutzer:innen-Verhaltens.
Weitere Themen sind die Wärmeplanung, PV-Strategien, Strom- und Wärmespeicher, Infrastrukturmaßnahmen, das Optimieren und Austauschen von Heizsystemen, sowie Effizienzmaßnahmen für Gebäude und Energieintensive Geräte.

Hier finden Sie als kurzen Einstieg in das Thema die Präsentation aus dem internen Workshop (PDF).

 

 

Wirtschaft

Auch im Bereich „Wirtschaft“ müssen bis 2030 Gas, Öl und Kraftstoffe eingespart werden. Dazu ist eine klimafreundliche Logistik, die Ansiedlung klimafreundlicher Gewerbe und die Förderung von Klimaschutzunternehmen notwendig.
Der Workshop beschäftigt sich daher mit Strategien, um die Unternehmen und Wirtschaftsbereiche Lübecks in den Klimaschutz einzubeziehen und die Bemühungen zu verstärken. Es geht um mögliche Kooperationen, Fördermittelmanagement, Kampagnen und Projekte, um die Zusammenarbeit zu verstärken und Klimaschutzmaßnahmen in Unternehmen voranzutreiben.

Hier finden Sie als kurzen Einstieg in das Thema die Präsentation aus dem internen Workshop (PDF).

 

 

Ressourcenschutz

Der Workshop beschäftigt sich mit der Etablierung einer nachhaltigen Beschaffung, der Stärkung der regionalen Kreislaufwirtschaft und der Reduktion von Müll und Emissionen im Konsumbereich. Schwerpunktbereiche sind Mehrweg-Verpackungen, Regionale Ressourcen-Kreisläufe, Re- und Upcycling-Projekte sowie klimaschonende Angebote in den Bereichen Kultur, Tourismus und Gastronomie.

Hier finden Sie als kurzen Einstieg in das Thema die Präsentation aus dem internen Workshop (PDF).

 

 

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