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Bauherrenpreis der Arbeitsgemeinschaft Historische Städte

Würdigung von besonderem Engagement der Bauherren

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums wurde 1998 erstmalig ein Preis der Arbeitsgemeinschaft Historische Städte für „Hervorragende Sanierung oder Neubau im historischen Stadtkern“ verliehen.
Hierbei handelt es sich ausdrücklich um einen Bauherrenpreis, mit dem das besondere Engagement von Bauherren gewürdigt wird, die mit einer gelungenen Sanierung oder durch einen Neubau zum
Erhalt der denkmalgeschützten Altstadt beigetragen haben. Der Preis wird alle vier Jahre vergeben und ist mit einem Preisgeld und einer Bronzeplakette verbunden.

Die Auslobung für den Bauherrenpreis 2022 erhalten Sie hier.

Bisher in Lübeck prämierte Objekte

 

1998: Wahmstraße 43-45

Sanierung und Umnutzung einer ehemaligen Rösterei in ein soziokulturelles Zentrum

1897 wurde über zwei Grundstücke ein Kontor- und Lagerhaus mit Kaffeerösterei errichtet. Der Gebäudekomplex besteht aus einem fünfgeschossigen Vorderhaus und drei einen Innenhof
umgebenden Flügeln. Im Rahmen der umfassenden Sanierung erfolgte die Umnutzung zu Gewerbe, kulturellen Einrichtungen, Gastronomie und Wohnungen. Im Vorderhaus ist u.a. mit der Werkkunstschule
Lübeck eine Schule für Kommunikationsdesign eingezogen.
Weitere Informationen: https://www.neue-roesterei.de/

 

 

2002: Glockengießerstraße 44

Sanierung denkmalgeschützter Gebäudesubstanz und Neubau eines rückwärtigen Anbaus

Das dreigeschossige Dielenhaus an der Ecke Glockengießerstraße / Tünkenhagen wurde bis 1852 als Brauhaus genutzt und im 18. und 19. Jahrhundert umfangreich verändert. Die Reduzierung der ursprünglich hohen Diele durch eine abgehängte Decke wurde bei der Sanierung revidiert. Bei weitgehender Erhaltung der historischen  Wohnungsgrundrisse entstanden insgesamt sechs Wohneinheiten, die über den Hof – von der Straße „Tünkenhagen“ aus – erschlossen werden. In die Gewerberäume im Erdgeschoss zog eine Damenschneiderei als Jugendausbildungswerkstatt ein, die vom Berufsvorbereitungs- und Ausbildungszentrum Lübeck Innenstadt des Jugendaufbauwerks
betrieben wird. Neben der baulichen Ausführung der Sanierung begeisterte die Jury, dass die Auszubildenden in dem Haus auch wohnen können. Andere Wohnungen sind für Alleinerziehende reserviert. So leistet die Glockengießerstraße 44 auch einen wichtigen Beitrag für ein ausgeglichenes soziales Gefüge in der Innenstadt.


 

 

2006: An der Untertrave 70

Sanierung eines denkmalgeschützten Wohn- und Geschäftshauses

Der Wunsch, vom Land in die Stadt zu ziehen, hat die Bauherren bewogen, das stattliche Kaufmannshaus an der Ecke Fischergrube / An der Untertrave Ende 2003 zu erwerben. Das 1749 erbaute Gebäude diente ursprünglich als reiner Speicher und wird erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts zu Wohnzwecken genutzt. Der Umbau erfolgte etappenweise: Zunächst wurde die Wohnung im ersten Obergeschoss saniert und auch gleich bezogen. Bei einem Teilausbau des Dachgeschosses entstand eine Einliegerwohnung in der Haus-in-Haus-Bauweise. Dadurch konnte der historische Dachstuhl nicht nur erhalten, sondern auch sichtbar bleiben. Sowohl die Wiederherstellung der großzügigen Diele im Erdgeschoss als auch die Restaurierung der Fassade wurden in der Begründung zur Preisverleihung besonders gelobt. Der vorhandene Eckeingang wurde geschlossen. Die Haustür befindet sich jetzt wieder an ihrer ursprünglichen Stelle in der Straße An der Untertrave.

 

 

2010: Fleischhauerstraße 79

Sanierung eines Lübecker Dielenhauses

Das denkmalgeschützte Dielenhaus wurde Mitte des 15. Jahrhunderts errichtet und später mehrfach umgebaut. Neben Vorderhaus und Seitenflügel befindet sich auf dem Grundstück auch ein zweigeschossiges Querhaus, ehemals ein Werkstattgebäude, das heute als Wohnhaus genutzt wird. Nach jahrzehntelanger Verwahrlosung und Leerstand haben die Bauherren das Gebäude 2006 erworben und über vier Jahre denkmalgerecht saniert. Das Haus war weitgehend im Zustand des 19. Jahrhunderts erhalten. Obwohl große Bereiche durch Feuchtigkeit stark angegriffen oder sogar zerstört waren, konnte Vieles repariert werden. Mit hohem persönlichen Einsatz haben die Bauherren die Ruine in ein Schmuckstück verwandelt, das zeitgemäßen Wohnkomfort bietet und den  Anforderungen an Wärme- und Schallschutz mit moderner Technik gerecht wird.
Weitere Informationen:
https://www.dielenhaus.de/index.shtml

 

 

2014: Kaiserstraße 5

Sanierung und Nutzung des Turmhauses mit dem benachbarten Wohnhaus

Der Turm, als Teil der Stadtmauer, wurde Ende des 12. Jahrhunderts errichtet und um das Jahr 1800 mit Wohngebäuden an der Südseite der Stadtmauer (Kaiserstraße) erweitert. Während das Erdgeschoss des Turms der Hausnummer 3 als ebenerdiger Keller zugeschlagen wurde, gehörten die restlichen Turmgeschosse zum Haus Nr. 5, welches wegen seiner geringen Größe kaum mehr als eine Art bewohnbarer Zugang zum Turm war. Die jetzigen Eigentümer bewohnen das Haus Nr. 3 nach Sanierung seit September 2006 und hatten auch erst zu diesem Zeitpunkt die Gelegenheit, das Nachbarhaus Nr. 5 nach langem Leerstand zu erwerben. Im Rahmen der anspruchsvollen, denkmalgerechten Sanierung wurden u.a. zwei Durchgänge durch die Stadtmauer wieder geöffnet, die jetzt Wohnhaus und Turm miteinander verbinden.

 

 

2018: Tünkenhagen 14

Sanierung eines Einfamilienhauses

Das kleine Wohnhaus im Tünkenhagen 14 wurde mit zeitgemäßem Standard unter Berücksichtigung der historischen Befunde saniert. Dank Abbruch eines neuzeitlichen Anbaus konnte eine dem Grundstück angemessene Hoffläche freigelegt werden. Die Bauherrin hat über die gesamte Bauzeit hohen persönlichen Einsatz gezeigt und einen erheblichen Anteil der Arbeiten in Eigenleistung erbracht. Der angespannte Immobilienmarkt führt auch bei sanierungsbedürftigen Objekten oft zu überhöhten Kaufpreisforderungen. Die Bauherrin hat trotzdem den Mut aufgebracht, sich der Aufgabe als Einzelperson zu stellen. Die Sanierung für den eigenen Bedarf stellt einen guten Beitrag zur Stärkung des Wohnfunktion in der Altstadt dar und ist ein positives Beispiel für das Bekenntnis zum Leben im Welterbe.

 

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