Mittel für sichere Familienplanung und Verhütung in Lübeck stehen (leider) nicht mehr zur Verfügung

Familienplanung ist ein Menschenrecht. Aber viele Frauen in Deutschland können sich die Kosten für Pille, Spirale und Co. nicht leisten. Zu diesem Ergebnis kam Abschlussevaluation zum Modellprojekt "biko - Beratung, Information und Kostenübernahme bei Verhütung".

Aufgrund der Haushaltslage der Hansestadt Lübeck hat die Lübecker Bürgerschaft im Herbst 2025 entschieden, die sog. „Freiwillige Leistung“ der Kostenübernahme für Mittel der Familienplanung (Verhütung) für Menschen (v.a. Frauen) mit geringen Einkommen oder im Bezug verschiedener Sozialleistungen nicht weiter kommunal unterstützen zu können.

Verhütungsmittel dürfen keine Frage des Geldbeutels sein. Lange haben das Lübecker Frauenbüro und die Schwangerenberatungsstellen sowie viele Engagierte in Lübeck und anderswo dafür gekämpft.
Richtig ist: Für die Kostenübernahme sollte es eine bundeseinheitliche Regelung geben. Aber solange es diese nicht gibt, waren und sind kommunale Lösungen sinnvoll und notwendig.
Weitere fachliche Informationen können z.B. in der BIKO-Studie nachgelesen werden.

Historie der Kostenübernahme von Verhütungsmittlen in Lübeck
In Lübeck wurden erstmals 2012 im Rahmen eines Modellprojekts die Kosten übernommen. In den Jahren 2016 bis 2019 wurde die Finanzierung der Kostenübernahme im Rahmen des bundesweiten Projekts „biko“ vom Bund getragen. Und zwischen 2019 und 2025 gab es wieder eine kommunal finanzierte Kostenübernahme. Ärztlich verschriebene Verhütungsmittel konnten über die Schwangerenberatungsstellen beantragt werden, auch von Geringverdienerinnen. Die Kosten trug die Hansestadt Lübeck im Rahmen eines freiwilligen, finanziell begrenzten Fonds.

Für die Antragsteller:innen war dieses Angebot eine große Hilfe und es wurde rege in Anspruch genommen.

Die Schwangerschaftsberatungsstellen von pro familia, Caritas, Gemeindediakonie Lübeck, Humanistische Union und Donum Vitae hatten im Vorfeld an die Verantwortlichen der Stadt appelliert, die Zuschüsse für Verhütungsmittel nicht weiter zu kürzen bzw. ganz zu streichen. Ebenso das Frauenbüro.

Weitere Infos: Pressemitteilung der Schwangerenberatungsstellen in Lübeck hier. Pressemitteilung des Frauenbüros zu den Auswirkungen der Sparvorschläge für Frauen und Kinder hier.

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