Unter St. Marien

Auf dem Weg in die Zukunft Einblicke in die Vergangenheit erlangen

Die St.-Marien-Kirche im Herzen der Lübecker Altstadt ist weit mehr als eines der Wahrzeichen Hansestadt – sie ist ein steinernes Zeugnis der Stadtgeschichte. Ihre Entstehung ist eng mit der Gründung Lübecks verbunden: Bereits um 1160 existierte an dieser Stelle eine Marktkirche, die zunächst als alleinige Stadtpfarrkirche diente. Der heutige Bau geht im Kern auf den hochgotischen Neubau ab 1251 zurück. Mit ihren gewaltigen Ausmaßen, den bis zu 38,5 Meter hohen Gewölben und den 125 Meter hohen Türmen wurde St. Marien zum Vorbild der norddeutschen Backsteingotik.

Reformation, Barock, nationale Umbrüche und die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs haben das Erscheinungsbild der Kirche immer wieder verändert. Besonders der Bombenangriff in der Nacht vom 28. auf den 29. März 1942 richtete schwere Schäden an: Gewölbe stürzten ein, Kunstwerke und Orgeln gingen verloren. Der Wiederaufbau, der sich bis in die 1950er-Jahre erstreckte, brachte neue Herausforderungen mit sich und prägt St. Marien bis heute.

Fast 80 Jahre nach dem Wiederaufbau steht nun eine umfassende Sanierung an. Materialalterung, Schäden an Gewölben und Fenstern sowie eine veraltete Heiz- und Lüftungstechnik machen tiefgreifende Maßnahmen notwendig. Seit 2019 werden dafür intensive Untersuchungen durchgeführt. Ab 2025 begann die Sanierung der Raumschale, weitere Bauabschnitte folgen bis voraussichtlich 2030. Ziel ist es, das Bauwerk langfristig zu sichern, die wertvollen Kunstgüter zu schützen und St. Marien zugleich nachhaltig für die Zukunft aufzustellen. Vertiefende Informationen finden sich auf www.st-marien-luebeck.de.

Begleitend zu den Sanierungsarbeiten finden derzeit archäologische Ausgrabungen im Innenraum der Kirche statt. Sie eröffnen neue Einblicke in die Bau- und Nutzungsgeschichte dieses einzigartigen Ortes.

In „Unter St. Marien – Chroniken aus der Tiefe“ berichten die Achäolog:innen von ihren Forschungen und machen ihre Ergebnisse für eine breite Öffentlichkeit zugänglich. Die Berichte laden dazu ein, St. Marien aus einer neuen, spannenden Perspektive kennenzulernen.

Unterstützung der Innenraumsanierung durch die Stiftung 7Türme+

Im Herzen Lübecks erzählen die fünf Kirchen mit ihren sieben Türmen als weithin sichtbare Zeugen die Geschichte der Hansestadt. Sie sind Teil des UNESCO-Welterbes und markieren Orte, an denen sich die Pfade unzähliger Generationen kreuzen. Die Stiftung 7Türme+ setzt sich unter dem Motto "Der Welt KULTUR und ERBE schenken" für den Erhalt dieser Wahrzeichen ein. Die Stiftung 7Türme+ sieht diese Orte als globales Vermächtnis, das die Zeiten überdauert – als gemeinsames Versprechen, die Geschichten dieser Mauern für die Nachwelt lebendig zu halten. Weitere Informationen zur Stiftung 7Türme+ finden sich unter www.7tuerme-plus.de.

Das könnte Sie auch interessieren