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Wassergefährdende Stoffe und Gefahrenabwehr

Schutz vor nachteiligen Veränderungen

Wassergefährdende Stoffe wie z.B. Heizöl, Kraftstoffe, Motoröle, Lösemittel oder andere Chemikalien sind in vielen Haushalten und vor allem in vielen Gewerbebetrieben vorhanden und werden dort auch verwendet. Sie können allerdings bei unbeabsichtigten Austritt oder unsachgemäßer Lagerung die Beschaffenheit von Gewässern, dem Grundwasser und des Bodens nachteilig verändern. Die zuständigen Behörden treffen dann die erforderlichen Maßnahmen zur Abwehr der Gefahren, siehe Behördliche Gefahrenabwehr für Gewässer

Es ist erforderlich das Anlagen, in denen mit wassergefährdenden Stoffen im Sinne des Wasserhaushaltsgesetzes umgegangen wird, nach dem Stand der Technik errichtet und betrieben werden und durch die Untere Wasserbehörde erfasst und überwacht werden.

Heizölanlage

Sollte es dennoch zu einem Unfall mit wassergefährdenden Stoffen im Gebiet der Hansestadt Lübeck kommen, informieren Sie bitte umgehend die Leitstelle der Feuerwehr über 112 oder die Polizei über 110.

Bekämpfungsmaßnahmen beim Austreten von wassergefährdenden Stoffen

 

Mikroplastik im Wasser

Ob im Straßengraben oder im Spülsaum am Strand, überall finden sich Kunststoffpartikel, die meist durch Unachtsamkeit in die Umwelt gelangen. Ein besonderes Problem stellen kleine Kunststoffpartikel bis maximal 5 mm dar, man spricht dann von Mikroplastik. Aufgrund der geringen Größe weist Mikroplastik eine große Oberfläche auf, an der sich bevorzugt Schadstoffe anlagern. Diese Partikel sind beispielsweise in Kosmetika enthalten und gelangen über unser Abwasser in die Kläranlagen. Da sie dort nur in Teilen zurückgehalten werden, gelangen sie mit dem gereinigten Abwasser in Flüsse und letztendlich auch in die Meere.

Der größte Anteil des Mikroplastiks entsteht jedoch nicht durch Textilien und Kosmetika, sondern durch Reifenabrieb. Durch Abrieb von Bitumen und Asphalt werden ca. 230 g pro Einwohner und Jahr in die Umwelt gebracht. Kunststofffasern, die beim Waschen in die Umwelt gelangen, werden mit 80 g pro Einwohner und Jahr abgeschätzt. Diese können in den Kläranlagen nach derzeitigem Stand nicht ausreichend herausgefiltert werden.

Zusätzlich entsteht sogenanntes sekundäres Mikroplastik, das durch Zersetzung von größeren Kunststoffteilen in die Umwelt gelangt.

Da Mikroplastik sehr klein ist, wird es über weite Strecken transportiert. So wurde Mikroplastik bereits in der Arktis oder in Tiefseesedimenten nachgewiesen. Dies liegt auch daran, dass Kunststoffe nur sehr schwer abbaubar sind, und deshalb sehr lange in der Umwelt verweilen.

Was können wir zur Verminderung des Eintrags von Mikroplastik in die Umwelt beitragen? Die Reduzierung des KfZ-Verkehrs und die vermehrte Nutzung von Schienenverkehr wäre eine relativ einfach umzusetzende Maßnahme. Wer beim Kleidungskauf auf Naturfasern setzt, vermindert den Eintrag von Kunststofffasern. Wenn dies nicht möglich ist, könnte über den Einbau eines Filters in der Waschmaschine nachgedacht werden, der derzeit in der Entwicklung ist. Achten Sie beim Kauf von Kosmetika auf kunststofffreie Produkte. Im Internet finden Sie entsprechende Einkaufshilfen, u.a. vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Wer grundsätzlich beim Einkauf darauf achtet Kunststoffverpackungen zu vermeiden, kann das Problem von vornherein minimieren.

 

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