Das Ziel der Lärmaktionsplanung ist, die Lärmbelastung der Bevölkerung deutlich zu reduzieren, denn Lärm kann krank machen. Dazu beachtet die Umgebungslärmrichtlinie den Lärm von Hauptverkehrsstraßen und Bahnstrecken sowie von einigen Gewerbeanlagen (u.a. Häfen) und Flughäfen (in Schleswig-Holstein betrifft das nur den Flughafen Fuhlsbüttel in Hamburg). Sport-, Freizeit- und Nachbarschaftslärm werden nicht behandelt.

Die Umsetzung der EU-Umgebungslärmrichtlinie beinhaltet sowohl die Berechnung von strategischen Lärmkarten als auch die Aufstellung eines Aktionsplans. Die Lärmkarten und der Aktionsplan müssen spätestens alle 5 Jahre überprüft und bei Bedarf überarbeitet werden.

Mit Hilfe der strategischen Lärmkarten werden die Belastungen der Bevölkerung ermittelt und dargestellt. Anschließend werden im Rahmen der Aufstellung des Lärmaktionsplans u.a. Vorschläge und Maßnahmen zur Vermeidung oder Verminderung von Lärmbelastungen entwickelt und geprüft. Die Information und Mitwirkung der Öffentlichkeit spielt dabei eine zentrale Rolle. 

Welche Lärmquellen werden in Lübeck als besonders belastend empfunden?

Dieser und weitergehenden Fragestellungen ist der Bereich Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz in Form einer Fragebogenaktion im Jahr 2018 nachgegangen. Die Auswertung wurde in Form einer Broschüre zusammengefasst.

Lübeck Stadt der lauten Wege? (PDF)

 

Lärmaktionsplan:  Rechtliche Hintergründe und Bearbeitungsstand

Mit der Verabschiedung der Umgebungslärmrichtlinie (Richtlinie 2002/49/EG) über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm hat die Europäische Union neue Akzente im Lärmschutz gesetzt. Diese Richtlinie verfolgt das langfristige Ziel, schädlichen Umgebungs­­lärm zu vermeiden, ihm vorzubeugen oder ihn zu verringern. Mit der Änderung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes durch das Gesetz zur Umsetzung der EG-Richtlinie über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm vom 24. Juni 2005 (BGBl. I S. 1794 - § 47 a-f BImSchG) und der Verordnung über die Lärmkartierung vom 06. März 2006 (BGBl. I S. 516 - 34. BImSchV) erfolgte die Umsetzung der Richtlinie in deutsches Recht. Mehr dazu erfahren Sie auf dem Themenportal des Landesministeriums.

Die Umsetzung der Umgebungslärmrichtlinie beinhaltet sowohl die Durchführung der Lärmkartierung als auch die Aufstellung eines Aktionsplans.

Der aktuelle Lärmaktionsplan (PDF) (dritte Umsetzungsstufe) wurde 2018/2019 veröffentlicht und am 28.11.2019 von der Bürgerschaft beschlossen. Die nächste Überprüfung erfolgt zum 18. Juli 2024.

Die Lärmkarten sind alle 5 Jahre nach Erstellung zu überprüfen und bei Bedarf zu überarbeiten, das heißt aktuell zum 30. Juni 2022. Die Karten können voraussichtlich im September 2022 über das „Geoportal Umgebungslärm“  des Landes Schleswig-Holstein  eingesehen werden.  

Für die Hansestadt Lübeck, die als Ballungsraum eingeordnet wird, sind Lärmkarten auszuarbeiten für

  • Hauptverkehrsstraßen mit mehr als 3 Mio. Fahrzeugen pro Jahr
  • Haupteisenbahnstrecken mit mehr als 30.000 Zügen pro Jahr
  • Häfen und einige lärmrelevante Industrie- bzw. Gewerbeanlagen

Zum Ballungsraum Lübeck gehören folgende Umlandgemeinden: Stockelsdorf, Ratekau (Ortsteil Sereetz), Bad Schwartau, Groß Grönau (Stadtgrenze Lübeck bis Klein Grönau), Lüdersdorf (Ortsteil Herrnburg). Die Mitglieder des Ballungsraums stellen ihre eigenen Aktionspläne auf. Es findet aber ein Austausch statt.

 

 

Lärmkartierung Häfen, Industrie- und Gewerbeanlagen

Als Ballungsraum hat die Hansestadt Lübeck auch Häfen und lärmrelevante Industrie- und Gewerbeanlagen [IED-Anlagen gemäß der Industrieemissionsrichtlinie] zu kartieren. Hierunter fallen die sich auf dem Lübecker Stadtgebiet befindlichen Häfen und aktuell 5 weitere Industriebetriebe.

Welche Gebiete und Anlagen das im Einzelnen sind, kann voraussichtlich im September 2022 über das „Geoportal Umgebungslärm“  des Landes Schleswig-Holstein eingesehen werden.  

Detaillierte Informationen werden dann im Ergebnisbericht zur Lärmkartierung und dem dazugehörigen Erläuterungsbericht an dieser Stelle bereitgestellt.

Ergebnisbericht zur Lärmkartierung - Hafen (2012)
Erläuterungsbericht zur Lärmkartierung - Hafen (2012)

Hinweis: In 2017 erfolgte keine Überarbeitung der Lärmkarten für Industrie- und Gewerbeanlagen, da es in diesen Bereichen keine wesentlichen Änderungen gegeben hat.

 

 

Lärmkartierung und Lärmaktionsplanung Haupteisenbahnstrecken

Für die Lärmkartierung an Haupteisenbahnstrecken, sowie für die Aufstellung eines bundesweiten Lärmaktionsplans für die Haupteisenbahnstrecken des Bundes, mit über 30.000 Zugbewegungen pro Jahr, ist das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) zuständig.

Alles zur Lärmaktionsplanung Schiene erfahren Sie auf der Informationsplattform des Eisenbahn-Bundesamtes:  www.eba.bund.de

Die Ergebnisse der aktuellen Lärmkartierung durch das EBA können mit einem interaktiven und kostenfreien Kartendienst betrachtet werden. Hier gelangen Sie zu weiterführenden Informationen und Verweisen.

 

 

Festlegung  von ruhigen Gebieten

Ein Teil der Lärmaktionsplanung befasst sich mit der Festlegung von sogenannten ruhigen Gebieten. Im Rahmen der Umgebungslärmrichtlinie sind diese Gebiete gegen eine Zunahme des Lärms zu schützen. Da es zurzeit keine gesetzlich vorgeschriebenen Kriterien für die ruhigen Gebiete gibt, wurden auf Grundlage des vom Bereich Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz erstellten Landschaftsplanes im landschaftsplanerischen Entwicklungskonzept „Erholung in Lübeck“ folgende Möglichkeiten zur Festsetzung entwickelt.

Um die unterschiedlichen Strukturen der Gebiete zu verdeutlichen, sind diese in drei Kategorien unterteilt:

  • Erholungsgebiete sind großflächige Gebiete, die einen weitgehend naturbelassenen, land- und forstwirtschaftlichen genutzten Naturraum bilden. Sie ermöglichen eine Naherholung weitgehend ohne Störungen, wozu technische Bauwerke und Straßen im Naturraum gehören.
  • Stadtoasen sind innerstädtische ruhige Gebiete, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind, der Erholung dienen und sich in räumlicher Nähe zu Wohngebieten befinden.
  • Ruhige Achsen sind Verbindungswege zwischen Stadtoasen abseits der Hauptverkehrswege oder schnelle und effiziente Rad- und Fußwegverbindungen in einer attraktiven naturnahen Umgebung.

Derzeit sind in der Hansestadt Lübeck 55 ruhige Gebiete mit einer Gesamtfläche von rund 6.230 ha ausgewiesen.

Übersichtskarte: Ruhige Gebiete

 

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