Rückstau aus dem Kanal

Gefährdung durch Rückstau

Auch wenn Sie nicht in der Nähe vom Wasser wohnen,
und Ihr Haus nicht am Ende einer Straße an einem Hang steht.
Können Sie trotzdem ein Problem durch Starkregen haben.
Es kommt vor, dass durch den Starkregen viel Wasser in der
Kanalisation ist.
Eine Kanalisation ist eine Abwasser-Leitung unter der Erde.
Das Wasser kann in der Kanalisation nicht gut abfließen.
Und die Kanalisation wird überflutet.
Wenn das passiert, kann das Wasser auf die Straßen fließen.
Und das Wasser bleibt auf den Straßen stehen.
Das nennt man: Rückstau-Ebene.
Die Rückstau-Ebene ist die Höhe, bis zu der das Wasser kommen kann.

Es kann passieren, dass das Wasser zurück in die Häuser geht,
die mit den Abwasser-Leitungen verbunden sind.
Und über Ablaufstellen in die Häuser fließt.
Ablauf-Stellen sind: Waschbecken, Toiletten, Duschen oder Waschmaschinen.
So kann das Wasser in Ihr Haus kommen.
Aber: Davor können Sie sich schützen.
Alle Ablaufstellen die tiefer als die Rückstau-Ebene liegen, müssen mit einer bestimmten Pumpe verbunden sein.
Die Pumpe nennt man: Abwasser-Hebeanlage.
Diese Pumpe muss höher sein als die Rückstau-Ebene.
Dann kann kein Wasser aus der Kanalisation in Ihr Haus kommen.
Und es gibt keine Überschwemmung.
Jedes Haus oder Gebäude muss einen Schutz vor Rückstau haben.
Das ist gesetzlich vorgeschrieben.
Aber: Ältere Häuser haben oft keinen Schutz vor Rückstau.

Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihr Haus geschützt ist,
dann müssen Sie das prüfen lassen.
Gibt es Schäden an Ihrem Haus durch Rückstau,
dann müssen Sie das selbst bezahlen.
Städte und Gemeinden müssen nicht für diese Schäden zahlen.
Sie sind nicht verantwortlich und übernehmen keine Haftung.

Aufgepasst: Wenn Sie eine Entwässerungs-Anlage bauen oder etwas an Ihrer Entwässerungs-Anlage verändern möchten.
Dann müssen Sie das vorher genehmigen lassen.
Das heißt: Sie brauchen eine Erlaubnis dafür.
Dafür müssen Sie sich bei Ihrem Fach-Betrieb melden.
Oder bei den Entsorgungs-Betrieben in Lübeck.
Eine Entwässerungs-Anlage leitet Abwasser ab.

Prüfen Sie, ob es in Ihrem Haus zu Rückstau von Wasser aus der Kanalisation kommen kann.
Dies können Sie mit einer Check-Liste machen.
Die Check-Liste soll Ihnen helfen, Probleme in der Planung von Ihrem Haus zu finden. Oder beim Bau von Ihrem Haus.
Zum Beispiel, ob das Wasser richtig abfließen kann.
Und Sie bekommen Vorschläge, worauf Sie bei einer Rückstau-Sicherung achten sollten.
Rückstau-Sicherungen sind Geräte. Diese Geräte verhindern, dass Wasser aus dem Kanal zurück in Ihr Haus fließt.

Ist mein Gebäude durch Rückstau aus dem Kanal gefährdet?

Wenn Sie viele Fragen mit Ja beantworten können, sollten Sie einige Maßnahmen an Ihrem Gebäude machen. Damit es sicher vor Rückstau aus dem Kanal ist.

  • Gibt es in Ihrem Haus Ablauf-Stellen, wo das Wasser abfließen kann?
    Zum Beispiel: Waschbecken, Bodenabläufe oder die Toilette.
    Liegen die Ablauf-Stellen unter der Rückstau- Ebene?
    Das heißt: Liegen sie tiefer als die Gehweg-Oberkante vor Ihrem Gebäude.
  • Haben Sie Waschmaschinen, Heizungen oder Sanitär-Einrichtungen, die unter der Rückstau-Ebene angeschlossen sind?
  • Gibt es eine Keller-Treppe oder eine Einfahrt zur Garage mit einem Bodenablauf? Und ist der Bodenablauf mit der Kanalisation verbunden?
  • Kommt das Wasser von Ihren Dachflächen oder von anderen Entwässerungs-Einrichtungen? Sind die höher als die Rückstau-Ebene?
    Und fließt das Wasser über eine Rückstau-Sicherung?
  • Hat Ihr Gebäude Reinigungs-Öffnungen und Schächte, die unter der Rückstau-Ebene liegen?

Quelle: Stadtentwässerungsbetriebe (StEB) Köln 2016: Wassersensibel planen und bauen in Köln, Leitfaden zur Starkregenvorsorge für Hauseigentümer, Bauwillige und Architekten

Rückstau aus der Kanalisation – Abhilfe

So können Sie sich vor Schaden durch Rückstau schützen

  • Prüfen Sie, ob es in Ihrem Haus Rückstau-Sicherungen gibt.
    Das steht zum Beispiel: In Bauplänen oder Unterlagen von Ihrem Haus.
  • Prüfen Sie, ob alle Abläufe in Ihrem Keller unter der Rückstau-Ebenegegen Rückstau gesichert sind.
  • Prüfen Sie, ob die Rückstau-Sicherungen richtig eingebaut sind und ob sie richtig funktionieren.
    Dafür können Sie Experten für Wasser oder Abwasser fragen.
  • Lassen Sie Ihren Rückstau-Schutz oft von einem Fach-Betrieb prüfen.
    Ein Rückstau-Schutz schützt Ihr Haus vor Wasser aus der Kanalisation.
    Ohne Rückstau-Schutz kann das Wasser in Ihr Haus fließen.
  • Schreiben Sie auf, wann und wie Ihre Rückstau-Sicherungen eingebaut wurden.
    Das macht es einfacher für: Änderungen, Reparaturen oder Wartungenan Ihren Rückstau-Sicherungen.
  • Prüfen Sie, ob Sie Entwässerungs- Anlagen unter der Rückstau-Ebene brauchen.
  • Für Bereiche die Sie häufig benutzen, brauchen Sie eine Abwasser-Hebeanlage.
  • Bereiche mit Sanitär-Anlagen, die Sie nicht häufig benutzen.     
    Können Sie Ihr Haus oder Gebäude mit Rückstau-Verschlüssen schützen.     
    Sanitär-Anlagen sind zum Beispiel: Toiletten, Badewannen.     
    Rückstau-Verschlüsse sind wie Türen für das Abwasser.
    Sie lassen das Wasser nur in eine Richtung fließen und stoppen das Wasser, wenn es zurückfließen will.
  • Achten Sie darauf, dass die Abflussrohre über und unter der Rückstau-Ebene getrennt sind. Die Rohre dürfen nicht verbunden sein.
  • Prüfen Sie, ob die Rückstau-Verschlüsse richtig eingebaut sind.
    Das Regenwasser soll gut von den Dachflächen abfließen können. Zum Beispiel über Regenrohre.
  • Sichern Sie Reinigungs-Öffnungen und Schächte über eine Abwasser-Hebeanlage ab.

In Anlehnung an StEB Köln 2016: Wassersensibel planen und bauen in Köln, Leitfaden zur Starkregenvorsorge für Hauseigentümer, Bauwillige und Architekten

Maßnahmen zum Schutz vor Rückstau aus dem Kanal im Detail

Rückstau-Verschlüsse oder Abwasser-Hebeanlagen:
Hier erfahren Sie, welche Maßnahmen es zum Schutz gibt. Und wo Rückstau-Verschlüsse und Abwasser-Hebeanlagen genutzt werden.

Rückstau mit Schutzmaßnahmen. Foto: Entsorgungsbetriebe Lübeck

 

Abwasser-Hebeanlagen – Schutz durch die Schwerkraft

Eine Abwasser-Hebeanlage hilft beim Ableiten von schmutzigem Wasser.
Ein Teil vom Abwasser sammelt sich zuerst in einem großen Behälter.
Wenn der Behälter voll genug ist, startet eine Pumpe.
Die Pumpe drückt das Abwasser nach oben. So kommt das Abwasser in das große Abwasser-Rohr oder in den Kanal.

Damit das Abwasser nicht zurückfließt, gibt es ein besonderes Rohr.
Dieses Rohr heißt: Rücklauf-Schleife. Die Rücklauf-Schleife liegt mindestens 30 Zentimeter über der Rückstau-Ebene.

Die Rückstau-Ebene ist eine wichtige Höhe im Haus.
Bis zu dieser Höhe kann Wasser in den Keller gedrückt werden.
Zum Beispiel bei sehr starkem Regen.

Die Pumpe drückt das Abwasser über die Rücklauf-Schleife.
Hinter der Rücklauf-Schleife fließt das Abwasser von selbst weiter nach unten. Die Schwerkraft hilft dabei.

Eine Abwasser-Hebeanlage ist besonders wichtig für Keller.
Keller werden manchmal als Wohnung oder für die Arbeit genutzt. Die Abwasser-Hebeanlage sorgt dafür, dass der Keller trocken bleibt.
Das schützt den Keller vor Schäden durch Wasser.

 

 

Rückstau-Verschlüsse: Abfließen statt fluten

Im Normalbetrieb sind moderne Rückstauverschlüsse geöffnet und ermöglichen einen ungehinderten Abfluss des Abwassers. Kommt es zu einem Rückstau, wird das Rohr elektrisch oder pneumatisch verschlossen. In diesem Fall kann kein Abwasser in das Gebäude eindringen. Allerdings kann auch kein Abwasser abfließen und angeschlossene Sanitärobjekte können nicht genutzt werden. Für untergeordnete Nutzungen gibt es auch selbsttätig schließende Rückstauverschlüsse. Übrigens: Sollte bei Ihnen eine Toilette im Keller an die Ablaufleitung angeschlossen sein, muss eine Rückstausicherung speziell für fäkalhaltiges Abwasser eingebaut werden.

 

Beachten Sie, das Abwasser-Hebeanlagen und Rückstau-Verschlüsse für schmutziges Abwasser, Strom brauchen.
Bei einem Stromausfall funktionieren sie nicht.
Das heißt: Das Abwasser kann unter der Rückstau-Ebene nicht ablaufen.

Aufgepasst:

Entwässerungs-Einrichtungen zum Beispiel:
Waschbecken, Toiletten und Duschen, die über der Rückstau-Ebene sind.
Dürfen nicht über Rückstau-Verschlüsse abgeleitet werden.
Denn: Wenn es zu einem Rückstau kommt, kann es zu einer Überschwemmung im Gebäude kommen.
Das Abwasser kann nicht abfließen. Deswegen muss das Abwasser über eine Rückstau-Sicherung zu einer
Grundleitung fließen.

Wichtig:
Bauen Sie Ihren Rückstau-Verschluss nicht in den Revisions-Schacht ein. Der Revisions-Schacht ist ein Teil vom Abwasser-System.
Sonst kann das Wasser bei einem Rückstau nicht richtig ablaufen.
Und Sie können Ihr Abwasser-System nicht mehr benutzen.

Weitere Informationen zur Rückstausicherung finden Sie im Info-Blatt „Schutz gegen Rückstau“ der Entsorgungsbetriebe Lübeck.

Rückstau-Ebene
Die Rückstau-Ebene ist die Höhe, bis zu der das Wasser steigen kann.

Abwasser-Hebeanlage
Eine Abwasser-Hebeanlage ist eine Pumpe für schmutziges Wasser.

Entwässerungs-Anlage
Eine Entwässerungs-Anlage leitet das schmutzige Wasser in die Kanalisation ab.

Rückstau-Sicherung
Rückstau-Sicherungen sind Geräte, die verhindern das Wasser zurück in Ihr Haus fließt.

Rückstau-Schutz
Ein Rückstau-Schutz schützt Ihr Haus vor Wasser aus der Kanalisation.

Rückstau-Verschluss
Ein Rückstau-Verschluss lässt das Wasser nur in eine Richtung fließen und stoppt das Wasser, damit es zurückfließen kann.

Sanitär-Anlagen
Sanitär-Anlagen sind zum Beispiel: Toiletten, Bade-Wannen oder Duschen.

Revisions-Schacht
Ein Revisions-Schacht ist ein Teil vom Abwasser-System.

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