Es wird gestreikt, es wird demonstriert. Es wird gefeiert, vernetzt und informiert. Es geht um politische Forderungen für Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung. Es geht um Werke von Komponistinnen, es geht um die Bedeutung von Frauen in unterschiedlichen historischen Zusammenhängen.
Sichtbarmachung von Frauen ist der rote Faden der vielfältigen Veranstaltungen zum diesjährigen Internationalen Frauentag in Lübeck. „Die vielen Veranstaltungen in Lübeck rund um den Internationalen Frauentag 2026 zeigen den Bedarf: gesehen werden, gehört werden; Frauen und ihre Belange, Frauen und ihr Wirken sichtbar machen in und für Lübeck“, so Elke Sasse, Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Lübeck.
Entsprechend vielfältig ist das Programm:
· Der Film „Ein Tag ohne Frauen“ gibt es gleich zweimal: am 4. März im Evangelischen Frauenwerk und am 9. März im Kommunalen Kino. Der Streik der Isländerinnen, der hier dokumentarisch dargestellt wird, ist nach wie vor Vorbild – auch für die aktuellen Frauenstreiks am 9. März bundesweit.
· Es gibt einen Gründer*innen-Sprechtag der IHK zu Lübeck am 6. März, es geht um hormonfreie Verhütung am 7. März, es geht um Demo-Schilder basteln, es geht um Zeit für sich beim „Oasentag“, es gibt eine Expertinnen-Sprechstunde, einen Vortrag zu Trennung und Scheidung, es geht um Informationen zu Minijob und Kinderzuschlag – und vieles mehr.
· Und auch die Lübecker Museen sind diesmal umfangreich dabei und werfen einen Blick auf Frauen und Frauenfiguren in ihren Sammlungen bei Führungen und Impulsen und einem Demoschilder-Workshop. Die Angebote zum Frauentag sind der Auftakt der Museen für eine zukünftige regelmäßige öffentliche Führungsreihe zu weiblichen Perspektiven und ihrer Rolle in den Sammlungen.
· Am Vortag des 8. März, am 7. März, gibt es Musik von Komponistinnen in der Villa Brahms (15 Uhr) und ein Klangbildkonzert von Musiker:innen der Lübecker Philharmoniker im Behnhaus / Drägerhaus (19.30 Uhr).
· Und die multimediale Zeitreise „Time Skip“ über das Leben Therese Deeckes in einem „urbanen Filmwalk“ kann sowohl am 7. als auch am 8. März (jeweils 19.30 Uhr, Treffpunkt St. Petri Kirche Haupteingang) erlebt werden.
· Die Frauengruppe des Gehörlosenverbands Lübeck feiert am 8. März und bei Mixed Pickles e.V. ist das Motto „Starke Frauen* machen starke Bilder“; der Beirat für Senior:innen lädt zu einem Seniorinnenklönschnack ins Art-Café St. Annen.
· Eine inhaltsreiche Stadtführung der besonderen ART über Künstlerinnen und ihre Kunstwerke in Lübeck wird aufgrund der großen Nachfrage am 8. März der Club Soroptimist Club Lübeck/Bad Schwartau gleich zweimal angeboten (13 und 15 Uhr).
· Am Montag, den 9. März ruft dann auch die Gruppe „Töchterkollektiv“ zum Frauenstreik auf – und lädt alle ein, zwischen 13 und 17 Uhr am Drehbrückenplatz zu sein.
· Und am Montag abend, 9. März um 19.30 Uhr steht das Format „Monday Shorts“ des Lübecker Theaters unter der Überschrift „Internationaler Frauentag“.
· Das Frauenbüro nutzt den Frauentag für den Auftakt zu den im September 2025 von der Lübecker Bürgerschaft beschlossenen zwei Aktionsplänen: Gleichstellung | Queer und Umsetzung der Istanbul-Konvention – mit einer Keynote der Juristin Prof. Dr. Ulrike Lembke und Musik unter der Überschrift „Schwesternpfad – Ausblick auf den feministischen Kompass 2026“.
Die Veranstaltung ist am Mittwoch, 11. März, 16 Uhr in der VHS Falkenplatz, nähere Informationen unter www.luebeck.de/de/presse/pressemeldungen/view/142709
· Und nicht zuletzt ist auch die GEDOK mit ihrem inzwischen bereits drittel „Salon Ida“ am 13. März dabei.
Alle Veranstaltungen mit Daten, Anmeldemöglichkeiten etc. sind zu finden auf www.luebeck.de/frauentag
Bereits im letzten Jahr präsentierten die Veranstalterinnen rund um das Netzwerk „Lübeck.Vernetzt.Femistisch.Bewegt“ acht gleichstellungspolitische Forderungen. Auf den Prüfstand gestellt und aktualisiert sind sie auch dieses Jahr gemeinsamer Nenner der vielfältigen Aktivitäten und aktuell 32 beteiligten Organisationen.
„Trotz unserer Vielfalt und Verschiedenartigkeit sind diese Forderungen für uns gleichermaßen von großer Bedeutung. Es braucht die Bündelung unser aller Kompetenzen und Ressourcen um weiter auf Missstände aufmerksam zu machen und Gleichstellung voranzutreiben“, so Dorina Hartmann von pro familia Lübeck, eine der beteiligten Organisationen.
Die acht gemeinsamen Forderungen behandeln die Themen Demokratie, Gleichstellung, Vereinbarkeit, Sorgearbeit, Arbeitsmarkt- und Steuerpolitik, Gewaltschutz, Gesundheit und den digitalen Wandel. Digitalisierung soll z.B. durch einen kritischen Blick darauf, ob die Lübecker Digitalisierungsprojekte diskriminierungsfrei sind oder die Einspeisung von geschlechtergerechten Daten in KI und Algorithmen abgesichert werden. Ebenso hält das Netzwerk die Teilhabe an digitalem Wandel für alle durch zugängliche Formate für notwendig.
„Es ist 2026 wichtiger denn je, für hart und langjährig erstrittener Frauenrechte als Menschenrechte sicht- und hörbar zu sein“, ist Elke Sasse überzeugt. Genug, es reicht - das sei die Meinung vieler frauenpolitisch aktiver Menschen – und das werde auch zum Internationalen Frauentag in Lübeck sicht- und hörbar sein.
Alle Informationen zu dem Netzwerk „Lübeck.Vernetzt.Feministisch.Bewegt“ und den Forderungen gibt es unter www.luebeck.de/geschlechtergerecht.
Hintergrund:
Seit 1911 wird am 8. März jener Tag gefeiert, der global als „Internationaler Frauentag“ gilt. Es ging und geht dabei um Forderungen wie z.B. die gerechte Verteilung und Wertschätzung von Care-Arbeit oder die Abschaffung des §218 ebenso wie auch Entgeltungleichheit. +++
Quelle: Frauenbüro
