Die Hansestadt Lübeck als UNESCO-Welterbe hat eine reiche, mehr als 900 Jahre alte Geschichte und weltberühmte Kulturschätze, die jedoch vielen Menschen nicht oder nur teilweise zugänglich sind. Deshalb hat die Hansestadt im Rahmen ihrer digitalen Strategie das Digitale Kulturwerk Lübeck als Modellprojekt ins Leben gerufen. Ziel ist es, Kulturgüter in digitalisierter Form nutzerfreundlich zur Verfügung zu stellen, um die Zugänglichkeit und Sichtbarkeit der Lübecker Kulturschätze zu erhöhen und das Kulturangebot der Stadt den sich wandelnden Bedürfnissen anzupassen.
Die Lübecker Kulturgüter
Ziel des Digitalen Kulturwerks ist es, die Kulturgüter in einem 3D-Modell virtuell erlebbar zu machen, aber auch bei einem Stadtrundgang vor Ort digitale Informationen zu bieten. Ein Anfang wurde mit der Visualisierung der Kulturgüter und Kultureinrichtungen im Geoportal gemacht. Aktuell wird die 3D Ansicht angezeigt. Diese Ansicht ermöglicht es, Konzepte wie das Digitale Kulturwerk sichtbar zu machen.
FAQs zum 3D-Modell
Allgemeine Hinweise zum 3D-Modell
Das 3D-Modell der Hansestadt Lübeck ist eine digitale Stadtansicht, die auf Grundlage vorhandener Luftbilder entwickelt wurde. Bei diesem so genannten 3D-„Meshmodell“ handelt es sich, vereinfacht gesagt, um ein dreidimensionales Oberflächenmodell.
Warum hat die Hansestadt Lübeck ein 3D-Modell erstellt?
Die Erstellung des 3D-Modells hat folgende Gründe:
- Das 3D-Modell ist ein Teil des Projektes Digitales Kulturwerk. Als UNESCO Welterbestätte haben wir die Pflicht, unser Welterbe öffentlich zugänglich zu machen. Mit dem Projekt wollen wir als Smart City Lübeck unser Kultur- und Welterbe zeitgemäß digital und nachhaltig vermitteln (VO/2021/10495).
- Mit dem 3D-Modell können wir zukünftig städtebauliche Maßnahmen besser planen und veranschaulichen.
- Bürger:innen können das 3D-Modell nutzen, ohne dass ihre Daten gespeichert werden.
- Mit dem 3D-Modell können Besucher:innen die Hansestadt vorab virtuell erkunden, sich einen Überblick verschaffen und ihren Aufenthalt planen.
Es gibt schon (kommerzielle) Kartendienste die frei verfügbar sind. Warum baut die Hansestadt ein eigenes 3D-Modell auf?
Das Ziel der Hansestadt ist es nicht, etwas bereits Bestehendes nachzubauen. Wir nutzen die Daten aus den vorhandenen Luftbildern und verwenden diese für unsere spezifischen kommunalen Aufgaben. Die Stadtverwaltung kann keine Daten von (kommerziellen) Kartendiensten für ihre Pflichtleistungen verwenden. Zudem ist dieses 3D-Modell eine erste Version und wird noch mit zusätzlichen Funktionen angereichert.
Warum dauert die Ladezeit des 3D-Modells teilweise länger?
Die Hansestadt Lübeck nutzt für das 3D-Modell das externe Geoportal „Masterportal“. Bei dieser Open Source-Lösung wird das 3D-Modell nicht als Bild auf einem Server zur Verfügung gestellt, sondern baut sich in Echtzeit auf dem PC oder Smartphone auf. Dadurch werden ressourcenintensive Grafikberechnungen und Überlastungen von Servern vermieden. Je leistungsfähiger das digitale Endgerät ist, desto schneller lädt das 3D-Modell.
Weshalb haben wir uns für das Geoportal „Masterportal“ entschieden?
Das Geoportal Masterportal ist eine Open Source Lösung, die u.a. von der Hansestadt Hamburg (Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen) entwickelt wurde. Gemeinsam mit anderen Städten entwickeln wir in einer Entwicklungspartnerschaft das Masterportal weiter, damit wir als Kommunen unabhängiger von großen kommerziellen Anbietern werden.
Wer ist in Lübeck zuständig für das Geoportal und das 3D-Modell?
Die Zuständigkeiten sind eng verzahnt und werden von drei städtischen Akteuren in der Hansestadt wahrgenommen: Die Leitung des Projektes „Digitales Kulturwerk“ liegt im Fachbereich 1, Bereich Digitalisierung, Organisation und Strategie. Die fachliche Zuständigkeit für das externe Geoportal (Themenbaum und Kategorisierung der Fachthemen) sowie die GIS-technische Umsetzung (Erstellung, Aktualisierung und Verwaltung von Kartendiensten sowie Datenmodellierung) liegt in der Stabsstelle Verkehrsfluss und Geo-Services im Fachbereich 5. Der technische Betrieb des Geoportals im Internet liegt bei den Stadtwerken Lübeck Innovation GmbH.
Ich habe eine Drohne über der Hansestadt gesehen. Gehörte die zum Projekt?
Das kann sein, muss aber nicht. Die Hansestadt Lübeck hat im April 2025 zusätzlich zu den vorhandenen Luftbildern per Drohnenflug 3D-Modelle von einzelnen öffentlichen Gebäuden (u.a. Rathaus, Marienkirche) erstellen lassen. Die Eigentümer:innen und Anwohner:innen von benachbarten Grundstücken wurden vorab informiert. Grundsätzlich gilt, dass Drohnenpiloten, die Grundstücke in Privateigentum überfliegen möchten, entweder die Zustimmung der Eigentümer:in oder eine Genehmigung von der Landesluftfahrbehörde benötigen.
Welche Kosten entstehen beim 3D-Modell und wer beteiligt sich an diesen?
Das 3D-Modell ist auf Grundlage von Luftbildern entstanden, die regelmäßig von der Hansestadt zusammen mit den Entsorgungsbetrieben Lübeck und der Firma Travenetz als Teil der Stadtwerke beauftragt werden. Dadurch werden die Kosten geteilt. Diese Luftbilder werden intern zur Erledigung der vielfältigen kommunalen Aufgaben genutzt, sie kommen vielen unterschiedlichen Bereichen in der Stadtverwaltung zugute. Die Erstellung des 3D-Meshmodells aus diesen Luftbildern war daher ein überschaubarer Mehraufwand, der größtenteils mit den Fördermitteln aus dem Bundesprogramm Modellprojekte Smart Cities finanziert wurde.
Wie wurde der Datenschutz berücksichtigt?
Die Hinweise zum Datenschutz können Sie dem Infoblatt entnehmen.
Was sind die nächsten Schritte?
In diesem 3D-Modell können noch keine Informationen (Attribute) mit einzelnen Objekten (z.B. Gebäuden) verknüpft werden, wie u.a. Biografien, archäologische Fundstellen oder historische Informationen. Auch lassen sich einzelne Gebäude nicht unabhängig voneinander bearbeiten (Änderung des Detailierungsgrads, Aktualisierung einzelner Objekte). Die Hansestadt plant, die Luftbilder zu einem City Geography Markup Language Modell weiterentwickeln zu lassen. Das wäre ein semantisches 3D-Modell, das neben geometrisch genauen Objekten eine Vielzahl an zusätzlichen Informationen auch für vielfältige Analysen und Simulationen bietet. Eine Verknüpfung mit Lübecker Kulturgütern wäre dann auch möglich.
Was ist die genaue Auflösung dieses 3D-Modells?
Das Modell wurde auf Grundlage von Luftbildern mit 20 cm Bodenauflösung erstellt, aber durch die Verzerrung der Bildberechnung kann man die exakte Auflösung des gesamten Modells nicht definieren.
Wie wird die Aktualität des Modells gewährleistet?
Die Luftbilder der Hansestadt Lübeck werden turnusgemäß alle drei Jahre erstellt. Auf dieser Basis könnte jedes Mal ein neues 3D Modell generiert werden. Die Notwendigkeit hierfür wird auf Grundlage der Zweckmäßigkeit und der Wirtschaftlichkeit geprüft. Das jetzt sichtbare 3D-Modell wurde aus den Luftbilden von 2023 berechnet.
Brauche ich ein spezielles digitales Endgerät oder eine App, um das Modell flüssig darzustellen?
Nein, das Modell kann mit jedem Rechner angeschaut werden. Es kann sein, dass je nach Leistungsstärke des Geräts, die Ladedauer länger ist (s.o.)
Darf ich Screenshots aus dem Modell für meine privaten Zwecke verwenden?
Ja, das ist möglich, unter Angabe der Quelle. Bei gewerblichen Zwecken kontaktieren Sie uns bitte vor Verwendung unter: digital@luebeck.de.
Virtuelle Rundgänge
Das Digitale Kulturwerk bietet u.a. virtuelle Rundgänge an, damit man Kirchen, Museen und Denkmäler auch besuchen kann, wenn man nicht vor Ort ist. Damit kann man aus der Ferne einen Eindruck der Lübecker Kultur und Geschichte gewinnen. Hier finden Sie virtuelle Rundgänge z.B. vom Holstentor, Rathaus, Marienkirche und St. Annen-Museum.
Zu den virtuellen Rundgängen
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