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Veröffentlicht am 20.11.2020

Lübeck gelingt Entzerrung des Schülerverkehrs für Innenstadtschulen

Runder Tisch „Schülerverkehr“ führt zum Erfolg: Geänderte Schulanfangszeiten und mehr Busse

Mehr Busse und geänderte Schulanfangszeiten – Dank des intensiven Austauschs und der Bereitschaft aller Beteiligten des Runden Tisches „Schülerverkehr“ aufgrund der besonderen Lage außergewöhnliche Wege zu gehen, kann nun der Schülerverkehr in Lübeck entzerrt werden.

Nachdem bereits das Johanneum die Anfangszeit für die Hälfte der Schulgemeinschaft auf die zweite Stunde verlegt hat, beginnt der Unterricht an der Oberschule zum Dom (OzD) nun generell mit der zweiten Stunde. Auch das Katharineum plant die Anfangszeit um 30 Minuten nach hinten auf 8.30 Uhr zu verschieben. Eine Entscheidung soll in der Schulkonferenz herbeigeführt werden, Start könnte dann am 7. Dezember 2020 sein. Außerdem hat die Akademie für Hörakustik als Internatsschule mit 1000 Betten die Schülerbesuchszahlen um 50 Prozent reduziert, die Zimmer werden ausschließlich als Einzelzimmer belegt werden.

Außerdem hat der Stadtverkehr in Absprache mit der Hansestadt Lübeck die Firma Berg beauftragt, ab Montag, 23.November 2020, drei zusätzliche Fahrzeuge während der Spitzenzeiten von 7 Uhr bis 8 Uhr sowie von 13 Uhr bis 17 Uhr einzusetzen. Die Fahrzeuge werden morgens zur Unterstützung der Linien 4, 10, 11 und 16 und nachmittags unter anderem für die Linien 1, 5, 7 und 10 benötigt. Achtung: Da kein Fahrkartenverkauf erfolgt, sind diese Fahrzeuge reine „Schülerbusse“. Es dürfen also nur Schülerinnen und Schüler mit einem gültigen Fahrausweis diese Busse benutzen.

„Dank der Bereitschaft aller Beteiligten, gelingt es damit gemeinsam den Schülerverkehr für die Innenstadt zu entzerren“, betont Senator Ludger Hinsen. „Die Umstrukturierung und schnelle Anpassung der Schulzeiten bedeutet für die Schulgemeinschaften eine große Herausforderung, nicht zuletzt auch für die Eltern in der Flexibilität der Betreuung. Der Bereich Schule und Sport hat hier erfolgreich die Moderation übernommen und wird diese je nach Situation fortsetzen, um gegebenenfalls auf geänderte Anforderungen zu reagieren.“

Die zusätzlichen drei Busse werden eigentlich für die sogenannten. Schwimmfahrten genutzt. Da diese zurzeit entfallen, konnte der Stadtverkehr diese Kapazitäten buchen – zunächst bis Ende November. Über einen darüber hinaus gehenden Einsatz wird in Abhängigkeit der Infektionslage und der sich unter Umständen daraus ergebenden Auswirkungen auf den Schulunterricht kurzfristig entschieden. Die Kosten für die drei Einsatzfahrzeuge betragen rund 1000 Euro pro Einsatztag.

Für die Berufsschulen der Innenstadt hat die Gewerbeschule mitgeteilt, dass sie derzeit keine Möglichkeit sieht, den Schulbeginn zu verschieben. Die Schule weist auf unterschiedliche Rahmenbedingungen hin, vor allem aber auf große Entfernungen zum Wohnort, da die Schüler:innen zu großen Teilen aus ganz Schleswig-Holstein anreisen.

Das Berufsschulzentrum Emil-Possehl-Schule/Friedrich-List-Schule hat zu einer Entzerrung mitgeteilt, dass sie nach jeweiligen schulinternen Beratungen ihre Pausenzeiten bereits entzerrt haben (volle Schulpause Versatz). Dadurch wurde erreicht, dass auch die An- und Abreise der Schüler:innen entsprechend versetzt erfolgt. Zusätzlich haben die Klassen bereits gemäß Stundenplan versetzte Anfangszeiten.

Im Übrigen verweisen alle Berufsschulen auf den hohen Anteil von Pkw-Nutzung durch die Schüler:innen.

Schulen in separater Stadtteillage sehen keine Handlungsnotwendigkeit, da ihre Schüler:innen zum großen Teil zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen.

Hintergrund:

Auf Einladung des Bereichs Schule und Sport trafen sich am 9. November 2020 Vetreter:innen der Lübecker Stadtverwaltung, des Stadtverkehrs Lübeck, die Schulleitungen aller weiterführenden Schulen, die jeweiligen Schulaufsichten, Elternvertreter:innen sowie Vertreter:innen des Stadtschülerparlaments, um mögliche Lösungen zu erörtern.

Im Rahmen der Beratung wurde festgestellt, dass insbesondere die Innenstadtschulen (vier Gymnasien, zwei Berufsschulen, eine Gemeinschaftsschule) sowie die zwei größeren Zentren unweit der Innenstadt (Dorothea-Schlözer-Schule/Geschwister-Prenski-Schule und das Berufsschulzentrum/Emil-Possehl-Schule/Friedrich-List-Schule) betroffen sind. Hier sind die stärksten Schülerströme zu verzeichnen – vor allem in den Morgenstunden bei gleichzeitigem Schulbeginn.+++