Veröffentlicht am 12.01.2026

Lübeck baut Kaufhaus zum Bildungshaus um

Zentrales Projekt zur Belebung der Altstadt und Stärkung Lübecks als Bildungsstandort

Bügermeister Jan Lindenau und Bausenatorin Joanna Hagen haben heute den offiziellen Startschuss für die Umbaumaßnahmen am ehemaligen Karstadt-Gebäude in der Innenstadt gegeben.

Die Hansestadt Lübeck hat heute den offiziellen Startschuss für die Umbaumaßnahmen am ehemaligen Karstadt-Gebäude in der Innenstadt gegeben. Bürgermeister Jan Lindenau, Bausenatorin Joanna Hagen und die Projektleitenden des Gebäudemanagements Lübeck (GMHL) stellten gemeinsam die nun beginnenden Arbeitsschritte vor.

„Mit dem Umbau beginnt ein spannendes neues Kapitel für dieses markante Gebäude vom Kaufhaus zum Bildungshaus in unserer Innenstadt“, erklärt Jan Lindenau. „Wir schaffen Raum für Bildung und Begegnung mitten in Lübeck und reagieren zugleich auf die wachsenden Anforderungen an Lern- und Kulturflächen in unserer Stadt. Ein neuer Bildungs- und Erlebnisort als neuer Anziehungspunkt in der Altstadt wird entstehen“, Bürgermeister Jan Lindenau weiter.

„Das Projekt ist ein bedeutender Baustein der Innenstadtentwicklung und soll künftig Raum für Lernen, Austausch, Veranstaltungen und Begegnung bieten. Mit seiner zentralen Lage leistet das Bildungshaus einen wichtigen Beitrag zur Belebung der Altstadt und zur Stärkung Lübecks als Bildungsstandort“, ergänzt Joanna Hagen.

Mit der Aufstellung des Bauzauns rund um das Areal sowie auf dem unteren Schrangen im Januar 2026 startet der erste Abschnitt dieses anspruchsvollen Bauprojekts. In den kommenden Wochen erfolgt:

·         Die Entrümpelung und Beräumung des gesamten Gebäudes als Vorbereitung für die weiteren Umbauschritte.

·         Die technische Trennung der Gebäudeinstallationen (TGA-Anlagen) zwischen den beiden ehemaligen Karstadtgebäuden Haus A und B, um die bestehenden Versorgungssysteme wie Strom und Wasser für den Umbau neu zu strukturieren und abzusichern.

Diese Schritte bilden die Grundlage für den anschließenden Umbau und die umfassende Neustrukturierung des Gebäudes.

Komplexe Baustellenlogistik in zentraler Innenstadtlage

Aufgrund der innerstädtischen Lage stellt die Baustellenlogistik eine besondere Herausforderung dar. Die An- und Abfahrt erfolgt über die Königstraße als Hauptschlagader des innerstädtischen Verkehrs, die insbesondere auch vom Öffentlichen Personennahverkehr stark genutzt wird.

Dies erfordert eine detaillierte und Gewerke übergreifende baulogistische Planung sowie eine enge Abstimmung mit den zuständigen städtischen Behörden. Sondergenehmigungen, temporäre Umleitungen sowie punktuelle Nacht- oder Wochenendarbeiten werden Bestandteil dieser Planung sein, um einen möglichst reibungslosen Bauablauf zu gewährleisten.

Zusätzlich ist die zur Verfügung stehende Baustelleneinrichtungsfläche im Bereich der unteren Hälfte des Schrangen sehr begrenzt. Diese Fläche muss im Zuge der Maßnahme zunächst ertüchtigt werden, unter anderem durch Arbeiten an der Rohdecke und durch Öffnungen für das künftig dort entstehende Fahrradparkhaus. Die Koordination der Baustelle soll einem Generalunternehmer übertragen werden, um die hohen Anforderungen aller beteiligten Gewerke zu berücksichtigen.

Vollständige Erneuerung der Technischen Gebäudeausrüstung

Im Rahmen des Umbaus werden die bestehenden, inzwischen veralteten technischen Anlagen vollständig demontiert. Sämtliche technischen Installationen des Gebäudes werden neu errichtet.

Ziel ist eine klimafreundliche und zukunftsfähige Energieversorgung: Auf fossile Energieträger wird bewusst verzichtet. Stattdessen entsteht im Untergeschoss eine Wärmepumpenanlage, die in Kombination mit Luft-Wasser-Wärmetauschern auf dem Dach betrieben wird. Gleichzeitig auftretende Wärme- und Kältebedarfe – beispielsweise durch Servertechnik – werden über dieses System in Verbindung mit zwei großen Wärme- beziehungsweise Kältespeichern im Untergeschoss abgedeckt.

Auch die elektrischen Anlagen werden vollständig neu installiert, einschließlich einer neuen Photovoltaikanlage. Darüber hinaus wird eine Brandmeldeanlage (BMA) zur automatischen Brandfrüherkennung für das gesamte Gebäude sowie für das Fahrradparkhaus eingerichtet.

Technische Trennung und umfangreiche Abbruchmaßnahmen

Aufgrund der früheren Nutzung als Warenhaus der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH wurden die Gebäude A bis C als baulicher Verbund errichtet. Für die Umnutzung ist daher zunächst eine vollständige technische Trennung erforderlich. Dies umfasst die Entkopplung aller technischen Anlagen zu Haus A sowie eine brandschutztechnische Abgrenzung zwischen den Gebäudeteilen A und C entlang der Eigentumsgrenze. Diese erfolgt in Form einer unterirdischen Innenwand in der Bauart einer Brandwand.

Das für das Bildungshaus vorgesehene Haus B besteht aus vier Stockwerken, einem Staffelgeschoss sowie einem zweigeschossigen Dachgeschoss, das bislang als Sonderbauteil für umfangreiche haustechnische Anlagen genutzt wurde. Aufgrund seiner Konstruktion ist dieses unbelichtete Dachgeschoss für eine Umnutzung ungeeignet. Vorgesehen ist daher der vollständige Abbruch der 4. und 5. Ebene, um stattdessen zwei Vollgeschosse als fachwerkbasierte Holzkonstruktion neu zu bauen, um den Flächenbedarf abzudecken.

Die Tragstruktur der Stockwerke vom Untergeschoss bis zum 3. Obergeschoss erlaubt außerdem, ohne gravierende Eingriffe in die Betonkonstruktion ein zentrales Atrium zu realisieren, das künftig für zusätzliche Belichtung sowie für Lüftungs- und Entrauchungsfunktionen sorgt.

Im Zuge der Arbeiten erfolgt zudem eine umfassende Entkernung einschließlich Schadstoffsanierung. Diese umfasst den kompletten Innenausbau, sämtliche haustechnischen Anlagen sowie im Zuge der energetischen Sanierung den fachgerechten Rückbau der Aluminium-Glas-Fassaden und aller schadstoffbelasteten Bauteile.

Fertigstellung voraussichtlich im Jahr 2028

Das Bildungshaus soll nach Abschluss der Bauarbeiten im Jahr 2028 in Betrieb gehen und neben zusätzlichen Lernräumen für Schulen auch Platz für kulturelle Angebote, öffentliche Veranstaltungen und gemeinschaftliche Aktivitäten bieten.

Weitere Informationen und aktuelle Projektupdates sind auf der Projektseite der Hansestadt Lübeck unter www.luebeck.de/bildungshaus abrufbar

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