Ich bitte die Verwaltung um Beantwortung, wie die bestehenden Raumdefizite an den nachfolgend genannten Schulstandorten des Ganztags an Schule bis zum kommenden Schuljahr 2026/2027 behoben werden sollen oder – falls eine dauerhafte bauliche Lösung bis dahin nicht realisiert werden kann – wie übergangsweise sichergestellt wird, dass Kinder nicht in unzureichenden Raumsituationen betreut werden müssen.
Hierzu bitte ich um Beantwortung der folgenden Fragen für die jeweils nachfolgend genannten Schulstandorte:
- Wie wird der bestehende Raumfehlbedarf an den genannten Schulstandorten konkret bis zum Schuljahr 2026/2027 behoben?
- Falls eine bauliche Lösung bis zum Schuljahr 2026/2027 nicht realisiert werden kann: Welche Übergangslösungen sind vorgesehen, um eine raumbezogen pädagogisch angemessene Betreuung der Kinder sicherzustellen?
- Welche der für die genannten Schulstandorte vorgesehenen Maßnahmen sind bereits
- finanziert,
- in Planung oder
- im Haushaltsbeschluss 2026 berücksichtigt
- wann ist jeweils mit der Umsetzung und
- wann mit dem Abschluss zu rechnen?
- Welche weiteren Maßnahmen plant die Verwaltung für den Haushalt 2027 oder spätere Haushaltsjahre zur Behebung der Raumdefizite an den genannten Schulstandorten, wann ist mit dem Umsetzungsstart und wann ist jeweils mit dem Abschluss der Umsetzung zu rechnen?
- Wie stellt die Verwaltung sicher, dass bei weiter steigenden Ganztagszahlen die räumlichen Voraussetzungen für eine Betreuung von perspektivisch 80–90 % der Schulkinder an den genannten Standorten rechtzeitig geschaffen werden?
Nachfolgend sind Schulstandorte aufgeführt, an denen trotz bereits bekannter Raumdefizite weiterhin steigende Kinderzahlen im Ganztag an Schule zu verzeichnen sind und zu denen Antworten auf die o.g. Fragen gebeten werden. Die Angaben zu bislang benannten Maßnahmen der Verwaltung an den einzelnen Schulstandorten stammen aus der Antwort der Verwaltung auf die Anfrage VO/2025/13946-01 (Antworten: Vorlage VO/2025/13946-01-02).
Sollten in den nachfolgenden Daten – die den jeweiligen Jugendhilfeplanungen entnommen und in eine Entwicklung einschließlich prozentualer Veränderungen übertragen wurden – Fehler enthalten sein, wird um einen entsprechenden korrigierenden Hinweis in der Verwaltungsantwort gebeten.
Die Beantwortung wird mündlich zum Jugendhilfeausschuss am 12.03.2026 erbeten, da an diesem Tag die Jugendhilfeplanung auf der Tagesordnung steht. Da die Jugendhilfeplanung erst ca. eine Woche vor dem Ausschuss am 12.03.2026 der Politik zur Verfügung gestellt wurde, war eine frühere Frageeinreichung nicht möglich. Im Anschluss an den Jugendhilfeausschuss am 12.03.2026 wird um schriftliche Einstellung der Antwort in der darauffolgenden Sitzung des Jugendhilfeausschusses gebeten.
1) Schule Utkiek
Entwicklung der Kinderzahlen im Ganztag:
2019/2020: 65 Kinder → 2020/2021: 75 Kinder → 2021/2022: 85 Kinder → 2022/2023: 88 Kinder → 2024/2025: 104 Kinder → 2025/2026: 126 Kinder → 2026/2027: 147 Kinder
Steigerung seit 2019/2020: +126,2 %
Maßnahmen laut Verwaltung: Inbetriebnahme von zwei Containern.
Fazit: Die Kinderzahlen im Ganztag haben sich seit 2019 mehr als verdoppelt. Die Raumsituation wird derzeit über Container kompensiert. Damit handelt es sich um eine Übergangslösung, während eine dauerhafte bauliche Lösung bislang nicht umgesetzt ist.
2) Paul-Gerhardt-Schule
Entwicklung der Kinderzahlen im Ganztag:
2019/2020: 150 Kinder → 2022/2023: 211 Kinder → 2024/2025: 226 Kinder → 2025/2026: 235 Kinder → 2026/2027: 230 Kinder
Steigerung seit 2019/2020: +53,3 %
Maßnahmen laut Verwaltung: Eine bauliche Maßnahme befindet sich in Planung.
Fazit: Die Zahl der Kinder im Ganztag ist seit 2019 deutlich gestiegen. Die angekündigte bauliche Lösung befindet sich bislang lediglich in der Planungsphase und ist noch nicht umgesetzt. Der Raumfehlbedarf ist daher derzeit nicht gelöst.
3) Schule Tremser Teich
Entwicklung der Kinderzahlen im Ganztag:
2019/2020: 110 Kinder → 2022/2023: 150 Kinder → 2024/2025: 153 Kinder → 2025/2026: 148 Kinder → 2026/2027: 158 Kinder
Steigerung seit 2019/2020: +43,6 %
Maßnahmen laut Verwaltung: Eine bauliche Maßnahme befindet sich in Planung.
Fazit: Trotz deutlich gestiegener Kinderzahlen befindet sich die Lösung des Raumdefizits weiterhin in der Planungsphase. Eine tatsächliche bauliche Erweiterung ist bislang nicht umgesetzt. Der Raumfehlbedarf ist somit weiterhin ungelöst.
4) Grundschule am Koggenweg
Entwicklung der Kinderzahlen im Ganztag:
2019/2020: 200 Kinder → 2022/2023: 222 Kinder → 2024/2025: 263 Kinder → 2025/2026: 260 Kinder → 2026/2027: 244 Kinder
Steigerung seit 2019/2020: +22,0 %
Maßnahmen laut Verwaltung: Neubau einer Mensa.
Fazit: Mit dem Neubau der Mensa wurde ein Teil der Infrastruktur verbessert. Der in der Schulentwicklungsplanung festgestellte Raumfehlbedarf für Ganztagsräume wird dadurch jedoch nicht zwingend vollständig behoben. Es ist daher unklar, ob der Raumfehlbedarf dauerhaft gelöst ist.
5) Stadtschule Travemünde
Entwicklung der Kinderzahlen im Ganztag:
2019/2020: 103 Kinder → 2022/2023: 160 Kinder → 2024/2025: 177 Kinder → 2025/2026: 167Kinder → 2026/2027: 161 Kinder
Steigerung seit 2019/2020: +56,3 %
Maßnahmen laut Verwaltung: Integrierte Raumausstattung.
Fazit:
Die steigenden Kinderzahlen werden derzeit organisatorisch durch integrierte Raumnutzung aufgefangen. Eine bauliche Erweiterung der Ganztagsräume ist nicht erfolgt. Der Raumfehlbedarf wird somit organisatorisch kompensiert, jedoch nicht dauerhaft baulich gelöst. Es ist unklar, ob die bisherige organisatorische Kompensation eine dauerhafte oder nur vorübergehende Lösung ist.
6) Dom-Schule
Entwicklung der Kinderzahlen im Ganztag:
2019/2020: 113 Kinder → 2020/2021: 132 Kinder (+16,8 %) → 2021/2022: 114 Kinder (−13,6 %) → 2022/2023: 132 Kinder (+15,8 %) → 2023/2024: 138 Kinder → 2024/2025: 158 Kinder (+14,5 %) → 2025/2026: 160 Kinder (+1,3 %) → 2026/2027: 163 Kinder (+1,9 %)
Steigerung seit 2019/2020: +44,2 %
Maßnahmen laut Verwaltung: Ein Interim war geplant. Gemäß Haushaltsbeschluss 2026 werden auf Antrag von CDU, Grünen und FDP die ursprünglich von der Verwaltung vorgesehenen Maßnahmen (Dachgeschossausbau und Interimslösung) nicht weiterverfolgt. Stattdessen soll zunächst eine Prüfung eines möglichen neuen Schulstandorts erfolgen. Die Raumfehlbedarfe sind daher bislang vollständig ungelöst.