Vorlage - VO/2025/14273-01  

Betreff: Beantwortung der Anfrage von AM Judith Balke (BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN): Bestandsaufnahme von Medienkompetenzprojekten für Kinder und Jugendliche in Lübeck
Status:öffentlich  
Dezernent/in:Senatorin Monika FrankBezüglich:
VO/2025/14273
Federführend:4.513 - Jugendarbeit Bearbeiter/-in: Gladasch, Dana
Beratungsfolge:
Senat zur Senatsberatung
Jugendhilfeausschuss zur Kenntnisnahme
05.03.2026    23. Sitzung des Jugendhilfeausschusses (als gemeinsame Sitzung mit dem Schul- und Sportausschuss)      
Schul- und Sportausschuss zur Kenntnisnahme
05.03.2026 
23. Sitzung des Schul- und Sportausschusses (als gemeinsame Sitzung mit dem Jugendhilfeausschuss)      

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

Beschlussvorschlag

 

Beantwortung der Anfrage von AM Judith Balke (BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN): Bestandsaufnahme von Medienkompetenzprojekten für Kinder und Jugendliche in Lübeck (VO/2025/14273).

 

Um Beantwortung folgender Fragen, wird gebeten:

 

  1. Welche Träger bieten medienpädagogische Projekte für Kinder und Jugendliche an – sowohl in schulischen als auch außerschulischen Kontexten?
  2. Welche Angebote bestehen im frühkindlichen Bereich (z. B. in Kitas)?
  3. Wie bewertet die Verwaltung die Bedarfe und möglichen Ausbauszenarien für medienpädagogische Arbeit in Lübeck?


 


Begründung

 

Im Folgenden nimmt die Fachstelle für Kinder- und Jugendschutz des Bereiches Jugendarbeit der Hansestadt beck Stellung. Die Stellungnahmen des Gesundheitsamtes, der Stadtbibliothek und der Bereiche Schule und Sport sowie städtische Kindertageseinrichtungen, wurden berücksichtigt und in die Antwort eingearbeitet.

 

 

  1. Welche Träger bieten medienpädagogische Projekte für Kinder und Jugendliche an sowohl in schulischen als auch außerschulischen Kontexten?

Eine umfassende Auflistung medienpädagogischer Projekte mit entsprechenden Qualitätsstandards für Einrichtungen, Fachstellen und interessierte Bürger:innen gilt es aus Sicht der Fachstelle für Kinder- und Jugendschutz noch zu erstellen. Derzeit ist eine Auswahl auf der Datenbank „Soziales Lernen in Lübecker Schulen“, Bildungsportal "Soziales Lernen" - Familie & Bildung, hinterlegt. Zur Beantwortung der Anfrage werden Projekte bzw. Anbieter beispielhaft benannt.

Zu Projekten, die an Schulen umgesetzt werden und sich unmittelbar an Schüler:innen wenden, gehören bspw. das „Internet ABC“r Grundschulen sowie Angebote des Offenen Kanals Schleswig-Holstein und der Präventionsstelle der Polizei.

Außerschulische Projekte, die sich unmittelbar an junge Menschen richten, werden bspw. durch Jugendzentren, den Offenen Kanal Lübeck und die Bücherpiraten vorgehalten.

Die Stadtbibliothek hält sowohl Angebote in schulischen als auch außerschulischen Kontexten vor.

Darüber hinaus sind Projekte für Eltern und pädagogische Fachkräfte erwähnenswert, von denen junge Menschen insofern mittelbar profitieren. Bspw. halten folgende Träger solche vor: Offener Kanal Schleswig-Holstein, Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein, Aktion Kinder- und Jugendschutz Schleswig-Holstein, Blickwechsel Verein für Medien- und Kulturpädagogik, Landesstelle für Suchtfragen Schleswig-Holstein sowie auch die Fachstelle für Kinder- und Jugendschutz. Wichtige Ratgeber sind ebenso Initiativen, wie der digitale Elternratgeber SCHAU HIN und klicksafe.de.

 

  1. Welche Angebote bestehen im frühkindlichen Bereich (z.B. Kitas)?

Die Medienpädagogik zeichnet sich durch die Herausforderungen des Schutzes, der Befähigung und der Teilhabe aus. Im frühkindlichen Bereich kommt der Sensibilisierung im Hinblick auf eine schützende und restriktive Mediennutzung eine große Bedeutung zu, da es Verhaltens- und Entwicklungsauffälligkeiten durch bedenklichen Medienkonsum vorzubeugen gilt.

Aus diesem Grund sind insbesondere Angebote für Erziehungsberechtigte und pädagogische Fachkräfte relevant, die bei der Erarbeitung einer Vorbildfunktion, Haltung und ggf. eines Konzeptes unterstützen und auf eine reflektierte Mediennutzung im Rahmen der Medienerziehung hinwirken. Hier wird ein großer Aufklärungsbedarf gesehen.

Entsprechende Angebote werden unterbreitet durch bspw. Offenen Kanal Schleswig-Holstein, Berufsausbildungs- und Qualifizierungsagentur Lübeck, Nachbarschaftsbüros, Stadtmütter und die Fachberatung der Kindertagesstätten. Der Kinder- und Jugendärztliche Dienst ist im Januar 2026 mit einer Medienberatungsstelle für Erziehungsberechtigte von Kleinkindern gestartet und bietet regelmäßig Sprechzeiten an.

 

  1. Wie bewertet die Verwaltung die Bedarfe und möglichen Ausbauszenarien für medienpädagogische Arbeit in Lübeck?

Die Verwaltung misst der medienpädagogischen Arbeit vor dem Hintergrund des fortschreitenden digitalen Wandels eine hohe Bedeutung bei. Insbesondere im Hinblick auf den Erwerb zentraler Lebens- und Medienkompetenzen junger Menschen stellt die Digitalisierung eine dauerhafte und dynamische Herausforderung dar.

Die vorliegende Anfrage greift diese Entwicklungen auf und thematisiert die Frage, inwiefern bestehende Strukturen geeignet sind, junge Menschen bei der verantwortungsvollen, reflektierten und kompetenten Nutzung digitaler Medien zu unterstützen. Dabei stehen sowohl die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen als auch die sich wandelnden Anforderungen an Bildungs- und Unterstützungsangebote im Fokus.

Vor diesem Hintergrund werden nachfolgend beispielhaft bestehende oder geplante Ansätze und Aktivitäten aus verschiedenen Bereichen dargestellt, die einen Beitrag zur Förderung medienpädagogischer Kompetenzen leisten.

Die Stadtbibliothek plant mittelfristig, mit einer medienpädagogischen Fachkraft im Rahmen von Kooperationen, geeignete Angebote für verschiedene Zielgruppen anzubieten.

Die Fachstelle für Kinder- und Jugendschutz war Mitinitiator des „Mediennetzwerkes Lübeck“ (siehe: www.luebeck.de/kinder-jugendschutz ), das sich im Sommer 2024 gegründet hat. Dieses setzt sich aus Vertreter:innen medienpädagogischer und strategischer Einrichtungen sowie Einrichtungen mit direkten Zugängen zu Zielgruppen zusammen und trifft sich drei Mal jährlich. Initiiert und koordiniert wird die Arbeit durch eine Steuergruppe, die sich aus einer Kooperation von nf Trägern zusammensetzt, zu der auch die Fachstelle für Kinder- und Jugendschutz gehört.

Eine Unterarbeitsgruppe aus Mitgliedern des Mediennetzwerkes widmet sich aktuell der Frage, wie medienpädagogische Angebote für Lübeck gebündelt und sichtbar gemacht werden können, ohne Parallelstrukturen zu schaffen.

Mit der Veranstaltungsreihe „MedienErleben in 2026 leisten die Mitglieder des „Mediennetzwerkes Lübeck“ einen Beitrag zum verantwortungsvollen Umgang mit Medien in allen Altersstufen und zeigen auf, dass die Förderung von Medienkompetenz zugleich die Gesundheits- und Sozialkompetenz sowie die demokratische Handlungsfähigkeit stärkt.

Die Medienkompetenzstrategie für Schleswig-Holstein (siehe: Medienkompetenzstrategie für das Land Schleswig-Holstein) dient als Maßstab einer koordinierten Vorgehensweise im Hinblick auf außerunterrichtliche Medienbildungsangebote. Aus Sicht der Fachstelle für Kinder- und Jugendschutz ist es in Anlehnung daran wichtig, dass es langfristig eine Verstetigung ausreichender Angebote für alle Zielgruppen gibt, die sich durch Qualitätsstandards auszeichnen und zu denen ein Zugang sichergestellt ist. Dabei sollten sich außerschulische und schulische Angebote nach Möglichkeit sinnvoll ergänzen.

Das „Berliner Plädoyer“ der „Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur“ vom Dezember 2024 fordert eine nationale Bildungsoffensive zur Stärkung der Medienkompetenz und Demokratiebildung, um Angebote zu entwickeln und dauerhaft zu verstetigen, wofür „eine finanzielle Förderung und Verstetigung durch Bund, Land und Kommune unabdingbar“ sei (siehe:

Berliner_Plaedoyer_fuer_mehr_Medienkompetenz_und_Demokratiebildung.pdf.).

Im Herbst 2025 wurde durch die Bundesregierung eine Expertenkommission berufen. Ziel der Kommission ist es, eine Strategie für den „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt mit konkreten Handlungsempfehlungen für die zuständigen Akteur:innen wie Bund, Land und Zivilgesellschaft zu erarbeiten.

Gerne stellt das Mediennetzwerk Lübeck seine Arbeit im Rahmen einer Jugendhilfeausschusssitzung vor.


 


Anlagen

keine

Stammbaum:
VO/2025/14273   AM Judith Balke (BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN): Bestandsaufnahme von Medienkompetenzprojekten für Kinder und Jugendliche in Lübeck   Geschäftsstelle der Fraktion BÜ90 DIE GRÜNEN   Anfrage
VO/2025/14273-01   Beantwortung der Anfrage von AM Judith Balke (BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN): Bestandsaufnahme von Medienkompetenzprojekten für Kinder und Jugendliche in Lübeck   4.513 - Jugendarbeit   Antwort auf Anfrage öffentlich