So, 29.11.2020 6° C Text vorlesen (ReadSpeaker) Suche Schließen MenüSchließen

Friedrich-Ebert-Hof und Gemeinschaftshaus „Ebert-Hof“ (1929-31)

Friedrich-Ebert-Hof

Symmetrisch, streng und konsequent angeordnete, meist drei-, jedoch auch viergeschossige Wohnanlage mit Anklängen an eine moderne Zeilenbauweise, beidseitig entlang der kurzen hofartigen Sackgasse. Diese Zeilenbauten sind verkoppelt mit den anderen Wohnblöcken entlang der Helmholtzstraße durch früher eingeschossige Läden, seit um 2000 ersetzt durch neue zweigeschossige Zwischenbauten mit Wohnungen.

Die Gesamtanlage zeigt typische flachgedeckte Dachgeschosse mit kleinen Fenstern für Abstell- und Trockenräume; eine norddeutsche Sichtziegelfassade mit stark plastischen regelmäßigen Versätzen und dort ansetzende Balkone. Die Fassaden sind ansonsten flächig, mit sparsamer Simsanordnung nur bei den kopfseitigen Fenstern und Loggien. Die Treppenhauszugänge mit weißer Vordachplatte und gestalteten Ziegelwangen liegen symmetrisch zwischen den Risalit-Vorsprüngen. Das Erdgeschoss ist leicht angehoben, bei den Balkonen unterstreichen diese die Sockelbildung; oben zeigt sich eine scharfkantige Attika.

Der benachbarte „Gemeinschaftshaus Ebert-Hof“, jetzt „Hansahof“, mit Läden und Gaststätte wurde 1930/31 ebenfalls klar-modern fertiggestellt; hinzuweisen ist auf Details wie zeitgenössische Tür- bzw. Stoßgriffe. − Insgesamt eine dem „neuen bauen“ folgende Gesamtanlage, die sich jedoch stadträumlich an den monumentalen, axial-traditionellen Anlagen wie in Hamburg (von Fritz Schumacher) orientiert.

Architekten: Berg und Paasche (1882-1939 bzw. 1897-1957) / Hamburg

 

rotes BAUHAUS in Lübeck

Im Lübecker Stadtgebiet befinden sich auch Bauwerke der Moderne aus den 20-/30er Jahren des letzten Jahrhunderts, deren städtebauliche Anlage, Planung und Gestaltung durch das „neue bauen“ und das BAUHAUS beeinflusst sind. Jedoch nicht die hellen, weißen Gebäude − sondern rot-sichtiger Ziegel dominiert das Lübecker Baugeschehen jener Zeit.

 

 

Bemerkung zu den Kurzbeschreibungen

Das ArchitekturForumLübeck stellte einige der hiesigen Bauwerke auf einer Radtour am 08. September 2019 vor. Dabei wurden die Bauten besprochen, und der Zustand, ihre Zusammenhänge zur damaligen Wohnungsnot und dem neuartigen Bauen erörtert. − Dies Faltblatt einhält keine gesellschaftlichen und bautechnologischen Inhalte, die eigentlich zum Verständnis der vorgestellten Bauten unbedingt erforderlich sind, vielmehr liegt der Fokus auf einer äußeren Gebäude-Beschreibung mit Akzentuierung der architektonischen Fragestellung, inwieweit Einflüsse des „neuen bauens“ sowie vorheriger kunsthistorischer Epochen erkennbar sind.

 

Das könnte Sie auch interessieren