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Energie

Etwa 700 Kilotonnen CO2 werden in Lübeck jährlich für die Beheizung von Gebäuden verursacht, bald doppelt so viel wie durch den Stromverbrauch. Für beides gilt nach dem Klimaschutzplan der Bundesregierung: Bis zum Jahr 2050 muss weitgehend Klimaneutralität erreicht sein. Während im Lübecker Stromnetz bereits über die Hälfte Ökostrom transportiert wird, liegt der Anteil erneuerbarer Energieträger im Wärmesektor vor Ort bei etwa 5%. Darunter sind viele Holzheizungen, Luftwärmepumpen, gut 300 Erdwärmeheizungen und etwa 700 thermische Solaranlagen – Tendenz steigend. Die Wärmewende ist eine der zentralen Aufgaben im kommunalen Klimaschutz.

Insgesamt gelten für den Klimaschutz im Energiesektor die folgenden Regeln: In erster Priorität muss unnötiger Energieverbrauch vermieden werden, etwa durch eine gute Wärmedämmung der Gebäude oder sparsames Verhalten. Zweite Priorität hat die effiziente Ausnutzung der Energie, etwa durch moderne Heizungsanlagen oder die Nutzung von Elektrogeräten der Energieeffizienzklasse A (siehe Bewertungsskala des europäischen Energielabels). Für den verbleibenden Restbedarf an Energie gilt es, erneuerbare Quellen zu erschließen. 

 

Wo steht Lübeck - Maßnahmen zur Einsparung fossiler Energie

  • Geringinvestive Maßnahmen des Gebäudemanagements zur Heizungsoptimierung in städtischen Gebäuden (2013, Auszeichnung des kommunalen Klimaschutzwettbewerbes)
  • Energetische Sanierung diverser städtische Gebäude, z.B. KiTas und Schulsanierungen, Verwaltungsstandorte (z.B. Fischstraße), Entsorgungsbetriebe (Betriebsgebäude und Werkstatt)
  • Sanierung des Wohnungsbestandes der städtischen Wohnbaugesellschaft TRAVE auf KFW 70-Standard
  • Flächendeckende wärmetechnische und energetische Optimierungen, z.B. durch den Einsatz von LEDs, Bewegungsmelder, Beschaffung energiesparsamer IT-Geräte
  • Schulungen der Mitarbeiter:innen zum sparsamen Umgang mit Heizenergie
  • Geschäftsanweisung zum energiesparenden Umgang mit elektronischen Geräten
  • Umweltmanagement ÖKOPROFIT für Lübecker Unternehmen (seit 2017)
  • Informationskampagne „Heizung checken – Geld einstecken“ für private Haushalte (2017)
  • Landstromanschluss im Lübecker Hafen
  • Aufstellung Wärmenutzungskonzept (2016)
  • Anlagen für Photovoltaik und Solarthermie auf kommunalen Dächern, z.B. Schulgebäuden
  • Erzeugung von Strom und Wärme aus regenerativem Biomethan durch die Entsorgungsbetriebe
  • Lieferung von Ökostrom für alle städtischen Liegenschaften und Eigenbetriebe (2019)

 

 

Was kann Lübeck - Planung und Weiterentwicklung von Maßnahmen

 

Die Kommune als Verbraucher und Vorbild

  • Teilnahme am European Energy Award (EEA)
  • Kommunales Energiemanagement mit Fokus Klimaschutz
  • Städtische Dachflächen für (private) Solaranlagen
  • Wärme-Anschluss für kommunale Gebäude
  • Planungshinweise für Neubauten mit Schwerpunkt Klimaschutz
  • Vorbildliche energetische Sanierung des Gebäudebestands
  • Stadtbeleuchtung und eigene Betriebshöfe energetisch optimieren
  • Energieeffiziente Bürogeräte verwenden

 

 

Die Kommune als Planer und Berater

  • Klimaneutrale Bauleitplanung (Energiebedarf minimieren und erneuerbare Energieversorgung fördern)
  • Vergabe neuer Baugebiete (Wohnen, Gewerbe) nach Klimaschutzkriterien
  • Förderung Erneuerbarer Energien in neuen Gewerbegebieten
  • Denkmalschutz und Klimaschutz verbinden
  • Forderung erneuerbarer Energieversorgung und energetischer Standards in Pacht-, Miet- und Kaufverträgen
  • Öffentlichkeitsarbeit zur Steigerung der Sanierungsquote im Altbau

 

 

Die Kommune als Versorger und Anbieter (Eigenbetriebe und Beteiligungen)

  • Ausbau der Wärmenetze (Einspeisung Solarwärme und Geothermie)
  • Ökostromproduktion im Stadtgebiet (bzw. in der Region)
  • Aufnahme industrieller Abwärme in Wärmenetze (Abwärme-Kataster)
  • Nutzung der Energie aus der Abfall- und Abwasserbehandlung
  • Öffentlichen Wohnungsbestand energetisch optimieren
  • Beratungs- und Förderangebot für die Wirtschaft
  • Solaranlagen für den Tourismussektor

 

 

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