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Naturdenkmale (ND), flächenhaft

Über einzelne Naturschöpfungen, wie z.B. Alte Bäume, hinaus gibt es auch flächenhafte Naturdenkmale. Sie haben den gleichen Schutzgrad wie Naturschutzgebiete, sind aber kleinflächiger. Sie zeichnen sich aus durch spezielle geomorphologische Strukturen, sehr seltene Biotoptypen oder das Vorkommen seltener Tier- oder Pflanzenarten.

In Lübeck gibt es 3 flächenhafte Naturdenkmale.

 

ND Alte Stecknitz

Naturdenkmal-Verordnung
Übersichtskarte

 

Lage

Das Naturdenkmal liegt westlich von Genin am Elbe-Lübeck-Kanal. Mit seiner Nordspitze ist es ca. 60 m von der Geniner Brücke entfernt. Im Westen grenzt es auf knapp 300 m Länge an den Seitengraben des Elbe-Lübeck-Kanals an.

 

 

Größe

Das Naturdenkmal ist ca. 15 ha groß.

 

 

Schutzzweck und Besonderheit

Das Naturdenkmal ist zur Sicherung und Erhaltung eines naturnahen, ca. 10 m breiten Altmäanders der „Alten Stecknitz“ mit seiner Umgebung unter Schutz gestellt worden. Dieser Mäander hat sich, einzigartig in Lübeck, in seinem historischen Gewässerbett innerhalb einer Überflutungsmulde der alten Bachniederung erhalten, als Ende des 14. Jahrhunderts der Stecknitzkanal gebaut wurde, dessen Verlauf der Elbe-Lübeck-Kanal im 20. Jahrhundert weitgehend übernahm. Der Großteil des jetzigen Talraumes wird durch Niedermoorböden eingenommen. Sie beherbergen auf den nicht bewirtschafteten Bereichen eine Schilf- und Hochstaudenflur, die dem gesetzlichen Schutz nach § 30 Bundesnaturschutzgesetz unterliegt. Teile des bewirtschafteten Grünlandes sind aufgrund ihres Artenreichtums ebenfalls gesetzlich geschütztes seggen- und binsenreiches Nassgrünland. Sie weisen Arten auf wie Sumpfdotterblumen, Sumpfsegge, Wasserminze und Sumpfhaarstrang. Im nördlichen Teilbereich des Naturdenkmals werden regelmäßig streng geschützte Schachblumen nachgewiesen, die in Schleswig-Holstein vom Aussterben bedroht ist.

 

 

Erholungsmöglichkeit

Das Naturdenkmal kann vom Seitenweg des Elbe-Lübeck-Kanals aus erlebt werden. Es ist nicht durch Wege erschlossen.

 

 

 

ND Nachtkoppel

Naturdenkmal-Verordnung
Übersichtskarte

 

Lage

Das Naturdenkmal liegt östlich der Schwartauer Landstraße zwischen Tremser Teich und Eisenbahnlinie. Es besteht aus einer Feuchtwiese und einem Röhrichtbereich. Die Umgebung mit einer Teilfläche einer ehemaligen Obstplantage sowie einem Teich und einem Abschnitt des Mühlenbaches ist ebenfalls geschützt.

 

 

Größe

Das Naturdenkmal ist ca. 1,3 ha groß, und die geschützte Umgebung umfasst ca. 0,3 ha.

 

 

Schutzzweck und Besonderheit

Das Naturdenkmal stellt das letzte Zeugnis der Niederungsbereiche westlich der Trave in diesem Raum dar, denn die weiteren Flächen wurden durch Gewerbegebiete und Hafenanlagen überbaut. Es handelt sich um sehr nasse Flächen, die nur zum Teil mit großem Aufwand gepflegt werden können. Auf den regelmäßig gemähten Flächen hält sich aber immer noch die größte Schachblumenpopulation von Lübeck mit ca. 500 Pflanzen. Schachblumen sind in Deutschland stark gefährdet und in Schleswig-Holstein sogar vom Aussterben bedroht. Weitere Flächen werden durch dichte Schilfröhrichte eingenommen, die in Schleswig-Holstein gesetzlich geschützt sind. Außerdem stellt es ein Stück Natur in der dicht besiedelten Stadt und inmitten von Gewerbeflächen dar und trägt somit zum Landschaftserhalt bei. Die ehemals in diesem Raum übliche Nutzung von feuchtem Grünland wird hier in Teilbereichen weiterhin durchgeführt und ist somit ein Zeugnis des menschlichen Schaffens.

 

 

Erholungsmöglichkeit

Das Naturdenkmal kann von der Brücke der Schwartauer Landstraße über den Mühlenbach aus erlebt werden.

 

 

 

ND Teutendorfer Moorteich

Naturdenkmal-Verordnung
Übersichtskarte

 

Lage

Das Naturdenkmal liegt im Nordosten von Lübeck in der Nähe des Ortsteiles Teutendorf. Es umfasst ein 2 Moorgewässer mit Verlandungsbereichen, die von Waldflächen und landwirtschaftlichen Nutzflächen umgeben sind.

 

 

Größe

Das Naturdenkmal ist ca. 1,2 ha groß.

 

 

Schutzzweck und Besonderheit

Das Naturdenkmal dient der Sicherung und dem Erhalt der landesweit seltenen Vegetationsgesellschaft „Schneidbinsenried“. Es wird geprägt durch das Kleingewässer, das vermutlich durch Torfentnahme entstanden ist sowie die umgebenden, entwässerten Bruchwälder aus Erlen und Weiden. Nördlich des Kleingewässers ist ein weiteres, allerdings schon verlandetes Kleingewässer vorhanden. Südlich des Kleingewässers findet sich ein teilweise artenreicher Eschen-Buchen-Wald, in dem u.a. Waldziest, Einbeere und Gold-Hahnenfuß wachsen. Das Kleingewässer und Teile des Bruchwaldes sind zusätzlich gesetzlich geschützte Biotope.

 

 

Erholungsmöglichkeit

Das Naturdenkmal kann nicht erlebt werden. Ein ehemals vorhandener Weg ist vollständig zugewachsen.

 

 

Übersicht

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