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Mittwoch, 22.11.2017
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Sudan

Sauberes Wasser und bessere Hygiene

Durchfall durch verschmutztes Wasser ist eine der Haupttodesursachen für Kinder im Sudan.
Durchfall durch verschmutztes Wasser ist
eine der Haupttodesursachen für Kinder im Sudan.

Extremer Wassermangel prägt den Alltag der meisten Menschen in der sudanesischen Provinz Kordofan. Über die Hälfte der ländlichen Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Wasser. In den vergangenen Jahren ist durchschnittlich nur die Hälfte des ohnehin geringen Niederschlags in der Region gefallen. Viele Wasserstellen, von denen die Menschen in Kordofan abhängen, sind ausgetrocknet. Die wiederkehrenden Dürrekatastrophen sowie der seit Jahrzehnten anhaltende Bürgerkrieg lassen immer wieder die Wasserversorgung zusammenbrechen. Es mangelt an Geld, Ersatzteilen und Fachkräften, um Wassersysteme regelmäßig zu warten. Verunreinigtes Wasser und fehlende sanitäre Anlagen begünstigen die Ausbreitung lebensgefährlicher Krankheiten. Durchfall ist eine der Haupttodesursachen von Kindern im Sudan. UNICEF weitet deshalb sein erfolgreiches Wasserprogramm aus.

Auf dem Land sind die Bewohner überwiegend auf offene Wasserstellen angewiesen, wie Tümpel, Flüsse, handgegrabene Brunnen. Typische Wasserreservoire sind zudem die "Hafire", große künstlich angelegte Bassins, die sich nur in der Regenzeit füllen. Diese Wasserstellen sind oft nur ungenügend geschützt. Leicht gelangen Rückstände aus der Landwirtschaft oder Fäkalien von Mensch und Tier ins Wasser.

Lebensgefahr durch verschmutztes Wasser

Verschmutztes Wasser und mangelnde Hygiene verursachen bei Kindern zahlreiche Krankheiten, wie Durchfall, Malaria, Wurmerkrankungen, Haut- und Augenentzündungen. 40 Prozent der Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren sind im Sudan auf Durchfallerkrankungen zurückzuführen. Besonders gefährlich ist der Guinea-Wurm: Dieser im Wasser lauernde Parasit ruft lang andauerndes Fieber, große Gelenkschmerzen und Lähmungen hervor. Vier von fünf aller weltweit auftretenden Fälle der Guinea-Wurm-Erkrankung werden aus dem Süden des Landes gemeldet.

Wasserbeschaffung kostet Kraft und Zeit

Traditionell müssen die Frauen und Kinder das Wasser für die gesamte Familie heranschaffen - häufig über sehr weite Entfernungen. Während der langen Trockenzeit benötigen sie dafür täglich vier bis acht Stunden. Diese körperliche Anstrengung kostet viel Kraft. Und gerade Mädchen fehlt darüber hinaus oft die Zeit, eine Schule zu besuchen.

Karte Sudan

Ein Brunnen verändert das Dorfleben "Acht Stunden brauchte ich früher, um die Wasserstelle zu erreichen - vier Stunden hin und vier Stunden wieder zurück", erzählt Jawahir. Die 28-Jährige ist Sprecherin des Frauen-Komitees in Daba Naira. Das Dorf liegt ganz im Westen des Sudan, umgeben von Wüste. Seit sie sieben Jahre alt war, verbrachte Jawahir den größten Teil des Tages mit der Suche nach Wasser - eine mühselige, kräftezehrende Aufgabe. Und trotz der harten Arbeit der Frauen gab es nie genug Wasser; immer wieder litten die Dorfbewohner unter Durchfall und Infektionen.
Doch eines Tages veränderte sich das Dorfleben. UNICEF bohrte einen Brunnen in Daba Naira und ermöglichte den Dorfbewohnern, sich eigene Latrinen zu bauen. "Jetzt ist unser Wasser sauber", erzählt Jawahir. "Und ich habe viel mehr Zeit für meinen Sohn und die Arbeit im Dorfkomitee." Jawahir ist stolz, dass sich die Frauen im Dorf organisiert haben. Monatlich zahlen sie einen kleinen Betrag in eine gemeinsame Kasse. Von dem Geld unterhalten die Frauen einen Obst- und Gemüsegarten und kaufen, wenn nötig, Medikamente für ihre Kinder. Darüber hinaus besuchen sie regelmäßig Familien, um über Hygiene aufzuklären.

Was tut UNICEF?

In den vergangenen Jahren ist es mit Unterstützung von UNICEF gelungen, jährlich zusätzlich 350.000 bis 450.000 Menschen im Sudan mit sauberem Wasser und Sanitäreinrichtungen zu versorgen. Allein in Kordofan sollen nun weitere 60.000 Einwohner von dem UNICEF-Projekt profitieren.

1. Einfache Wasserversorgung

Um die Wasserversorgung der oft sehr abgelegenen Siedlungen auch in Trockenzeiten sicherzustellen, legt UNICEF über 100 neue Bohrlöcher an und rüstet sie mit Handpumpen aus. Weitere 100 Pumpen werden repariert und gewartet. UNICEF bevorzugt einfache Handpumpen, die leicht instand zu halten sind, denn jedes Dorf muss die Wartung der Wasseranlagen selbst übernehmen. Für das Wartungsteam bildet UNICEF Freiwillige zu Mechanikern aus, insbesondere Frauen werden hierfür angesprochen. Weil sie im Alltag für die Wasserbeschaffung verantwortlich sind, sind sie am stärksten am reibungslosen Betrieb der Pumpe interessiert.

2. Bessere Hygiene durch Latrinen

Mit dem Bau von Latrinen für Privathaushalte und Schulen trägt UNICEF dazu bei, die hygienischen Verhältnisse der Bevölkerung nachhaltig zu verbessern. Darüber hinaus fördert UNICEF die Gründung von Gesundheitskomitees. Dafür schult UNICEF Frauen und Männer, die die Dorfbewohner über wichtige Hygienemaßnahmen und über die Vorbeugung vor der gefährlichen Guinea-Wurm-Erkrankung aufklären. Sie informieren über Impfungen und die Behandlung von Durchfall mit Oralem Rehydratationssalz (ORS), einer einfachen Zucker-Salz-Lösung, die die Austrocknung des Körpers verhindert. Diese Aufklärung, verbunden mit der Verbesserung der Wasserqualität, hat dazu geführt, dass in Nordkordofan zuletzt bereits keine Fälle der Guinea-Wurm-Erkrankung mehr aufgetreten sind.

So können Sie helfen

Wenn Sie dieses Programm gezielt unterstützen möchten, vermerken Sie auf Ihrer Überweisung bitte das Stichwort "Sudan/Wasser".

Die Informationen zum Download (PDF-Format, 57 KB)

Grundsatz und Information
PR 007 - 3.000 - 09.03